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Cannabiskonsum: Ist essen gesünder als rauchen?

Hallihallo... 

Ich wäre Euch dankbar, wenn Ihr mir die folgende Frage beantworten könntet (die Seiten im Netz geben darüber leider nur oberflächliche Antworten): Inwiefern ist es für das menschliche Organsystem gesünder, Cannabis eher zu essen als zu rauchen? Wie sieht es dabei mit dem Stoffwechsel und möglichen -endprodukten, die den Körper schädigen könnten, aus? Welche Rolle spielen hierbei Leber und Nieren? 

Ich hoffe Ihr könnt mir weiterhelfen, 

habt vielen Dank.


Dr. Frühling:

Hallo,


Cannabis oral zu konsumieren, also es in speziell zubereiteten Getränken oder Speisen zu sich zu nehmen, ist für den Körper in der Regel weniger schädlich als alle Formen des Rauchens.,

Abbau und Aussscheidung der Cannabiswirkstoffe über Leber und Niere geschehen langsam, aber vollständig und es entstehen dabei keine giftigen End- oder Nebenprodukte. Das Abbauprodukt THC-COOH ist gut fettlöslich und wird daher (besonders bei häufigerem Konsum) im Fettgewebe des Körpers gespeichert. 
Dort kann es über Jahre bleiben und durch Drogentests u.U. auch nach längerer Zeit noch nachweisbar sein, ist aber gesundheitlich ungefährlich.

Ein wichtiger Umstand, den es beim oralen Konsum von Cannabis zu bedenken gíbt, ist ein eventuell höheres Risiko für die Psyche. Bei der Aufnahme der Cannabiswirkstoffe über den Darm beginnt der Rausch später, hält jedoch auch länger an und ist häufig stärker als beim Rauchen, da mehr Wirkstoff aufgenommen wird und dieser stärker und länger wirken kann. Beim Rauchen der selben Menge Cannabis verfliegt ja ein großer Teil der Wirkstoffe als Rauch im Raum. So werden Nebenwirkungen wie Herzrasen, Schwindel, leichte Halluzinationen u.ä. nach dem oralen Cannabiskonsum oft stärker und unangenehmer empfunden, als nach dem Rauchen. Das Risiko für psychisch unangenehme (Nach-)Wirkungen ist beim oralen Konsum also höher.
Außerdem ist eine genaue Dosierung bei der oralen Aufnahme schwieriger.

Das Rauchen von Cannabis, besonders in der üblichen Mischung mit Tabak, ist auf Dauer schädlich für die Atemorgane, da der Rauch diese stark reizt, die Entstehung von (chronischen) Atemwegserkrankungen begünstigt und das Krebsrisiko erhöht.
Mittlerweile gibt es in Headshops eine Vielzahl von Filtersystemen zu kaufen, die die Aufnahme von Schadstoffen beim Rauchen reduzieren, allerdings nicht vollständig verhindern können. Ein Beispiel dafür ist die Aktivkohle zu der Du weitere Informationen hier findest, ein anderes ist der Vaporizer, über den Du Dich hier informieren kannst. Besonders in den letzten Jahren haben die Risiken beim Rauchen von Cannabis enorm zugenommen, da nicht nur Haschisch sondern auch Gras häufig mit den unterschiedlichsten Streckmitteln versetzt ist, z.B. Hormone, Pflanzenschutzmittel, Brix, Haarspray usw. Diese können besonders bei häufigerem Rauchen schwere Lungenschädigungen hervorrufen.

So gab es in letzter Zeit häufger Fälle, wo Menschen die öfter gestreckte Cannabisprodukte rauchten sich in lungenärztliche Behandlung begeben mussten, um durch eine Therapie überhaupt eine Chance auf Heilung zu haben. Die Lunge heilt dabei zwar ganz gut aus, wenn man gar nicht mehr raucht und sich gesund ernährt. Dies
, kann in mittelschweren bis schweren Fällen jedoch durchaus Monate bis Jahre dauern.

Die Informationssammlung zu Cannabis-Streckmitteln des Deutschen Hanfverbandes (DHV) findest Du hier:

http://hanfverband.de/index.php/themen/konsumentenhilfe/1050-streckmittel-in-marihuana-wie-man-sie-erkennt-und-welche-risiken-von-ihnen-ausgehen

Den deutschsprachigen Streckmittelmelder des DHV findest Du hier:
http://hanfverband.de/index.php/themen/streckmittel

Cannabis oral zu konsumieren dürfte zur Zeit also körperlich weniger schädlich sein als das Rauchen, da es auf diesem Konsumweg nicht lungenschädlich ist. Außerdem wird ein Teil der möglichen Streckmittel nicht vom Darm aufgenommen oder ist nicht bzw. weniger schädlich, wenn sie über den Darm aufgenommen werden. Unabhängig von der Konsumform ist verunreinigtes Cannabis schädlicher als reines Cannabis. Auch können in gestrecktem Cannabis ungesunde oder (selten) giftige Stoffe enthalten sein, die beim Rauchen wie beim oralen Konsum körperlich schädlich sein können. So gab es z.B. vor 3 Jahren bei uns in Leipzig und Umgebung Gras auf dem Markt, das mit Blei versetzt war und bei einigen Konsument_innen schwere Bleivergiftungen nach sich zog. Es gab vereinzelte Berichte von mit Cadmium oder Quecksilber gestrecktem Gras und auch Pflanzendünger sowie Pflanzenschutzmittel, die beim Anbau von hochgezüchtetem Cannabis in der Regel verwendet werden. Diese Stoffe dürften beim oralen Konsum auch nicht ganz ungefährlich sein. Schädlicher ist das Rauchen von derartig belastetem Cannabis aber allemal.

Wir raten vom Konsum gestreckter Cannabisprodukte allgemein ab. Ob die von Dir gekauften Cannabisprodukte gestreckt sind, kannst Du z.B. herausfinden, wenn Du vor dem Konsum einen Streckmitteltest verwendest.

Diesen Test gibt es in vielen Headshops zu kaufen oder hier zu bestellen:

http://shop.cleanu.de/epages/61559281.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/61559281/Products/085003

Wie man ihn verwendet kannst Du in der beiligenden Anleitung nachlesen und Dir hier angucken:
http://www.youtube.com/watch?v=P90RoPC7y8E

Weiterführende Informationen zu Cannabis findest Du hier:
http://drugscouts.de/de/lexikon/cannabis

Fälle von gestrecktem Cannabis kannst Du hier über den DHV der Öffentlichkeit melden:
http://hanfverband.de/streckmittel/melden2.php


Schöne Grüße,
Dein Dr. -Frühling- Team
 
 
Die Informationen in unserer Antwort sind keine Anleitung oder Motivierung zum Drogenkonsum! Aufgeführte Substanzen können dem BtMG [Betäubungsmittelgesetz] unterliegen. Besitz, Erwerb und Handel damit sind strafbar! Wenn die Stoffe frei verfügbar sind, heißt das nicht, dass ihr Gebrauch ungefährlich wäre.
Dieser Text wurde nach bestem Wissen und Gewissen verfasst. Dennoch können Irrtümer nicht ausgeschlossen werden. Die Drug Scouts übernehmen keine Haftung für Schäden, die durch irgendeine Art der Nutzung der Informationen dieses Textes entstehen.
Alter: 
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LE