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Kontrollierter Alkoholkonsum

Habe nur eine kurze Frage, die Antwort darauf würde ich gerne in meiner Gruppe, am 20.09. vortragen.

Was halten sie von kontrolliertem Trinken und den angebotenen Kursen? Da Herr Dr. K., Anbieter eines solchen Kurses, an diesem Tag zu uns in die Gruppe (trockene Alkoholiker) kommt, würde ich gerne sehr gut vorbereitet diesen Abend leiten.

 

Dr. Frühling:

Hallo,

wir machen in unserer täglichen Arbeit im Umgang mit DrogenkonsumentInnen (legale+illegale Substanzen) die Erfahrung, dass die Drogenkonsumentwicklung (die jeder durchläuft) niemals einen progressiv-linearen Verlauf nimmt. Bei der überwiegenden Mehrheit kommt es eben nicht automatisch zu Dosissteigerung, Umstieg auf "härtere" Konsumformen und Substanzen, Abhängigkeit, Verelendung und Tod, wie es als sogenannte "Drogenkarriere" immer wieder skizziert wird. Die Drogengebrauchsentwicklung ist immer an Lernprozesse gekoppelt, z.B. das Austesten von Grenzen und ständige Neuorientierung beim Umgang mit den Rauschmitteln. Exzessive wechseln sich mit moderaten, kontrollierte mit abstinenten Konsumphasen ab.

Man geht in der Wissenschaft mittlerweile davon aus, dass auch abhängige Konsumformen nicht progressiv verlaufen. Auch dort gibt es den Wechsel zwischen mehr und weniger problematischen Phasen, und immer trifft der/die Betroffene dabei Entscheidungen, wenn auch nicht bewusst.

Viele KonsumentInnen können sich auch in problematischen Phasen ein Leben ohne Rausch nicht vorstellen. Das Hilfesystem hält aber oftmals nur Angebote vor, welche eine dauerhafte Abstinenz zum Ziel haben. "Rückfälle" sind damit vorprogrammiert.

Im Sinne der Gesundheitsförderung unterstützen wir die KonsumentInnen, bei ihren Entscheidungen bezüglich ihres Konsums, auch wenn es gewünscht ist, weiter zu konsumieren. Das Erlernen des "kontrollierten Konsums" ist dabei eine sinnvolle, aber schwierige Alternative zur Abstinenz. Es geht darum, gemeinsam mit dem Klienten oder der Klientin Grenzen des Konsums festzulegen und Selbstkontrollpotentiale zu erkennen und positiv für sich umzusetzen. Viele exzessive KonsumentInnen finden alleine zum moderaten Konsum zurück und einige müssen eben diese Kontrolltechniken erlernen. Dafür gibt es solche Kurse, welche sicherlich viele Anregungen geben und den Betroffenen bei ihrer Entscheidung hinsichtlich Konsum oder Abstinenz unterstützen können.

Alles Gute!
Ihr Dr.-Frühling-Team

 

Die Informationen in unserer Antwort sind keine Anleitung oder Motivierung zum Drogenkonsum! Aufgeführte Substanzen können dem BtMG [Betäubungsmittelgesetz] unterliegen. Besitz, Erwerb und Handel damit sind strafbar! Wenn die Stoffe frei verfügbar sind, heißt das nicht, dass ihr Gebrauch ungefährlich wäre.
Dieser Text wurde nach bestem Wissen und Gewissen verfasst. Dennoch können Irrtümer nicht ausgeschlossen werden. Die Drug Scouts übernehmen keine Haftung für Schäden, die durch irgendeine Art der Nutzung der Informationen dieses Textes entstehen.

Alter: 
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