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Langzeitnebenwirkungen Absinth

also ich habe vor drei wochen in tschechien etwa 500 milliliter absinth getrunken (eigentlich sollte ich schon tot sein...) und spüre bis heute (!) nachwirkungen; son leicht bedröhnten zustand. schwer zu beschreiben; so als ob irgendwas nicht stimmt. mein arzt hat mich bereits durchgescheckt und meint, das alle blutwerte top sind; das heisst, es ist nichts mehr im blut. liegt auch keine leberschädigung vor.

wäre es trotzdem denkbar, dass mein hirn dauerhaften schaden genommen hat?
würde eine computer-tomografie am kopf helfen?
eigentlich kann ich auf strahlung gut verzichten, weiß nur leider nicht, was ich noch machen soll.

 

Dr. Frühling:

Hallo B.,

wir sind keine NeurologInnen und können Dir zu Deiner Frage, ob Dein Gehirn durch den Konsum von 0,5 Liter Absinth dauerhaften Schaden genommen hat, keine genauen Antworten geben. Selbst einer neurologischen Fachkraft würde eine Diagnose per E-mail sicherlich nicht möglich sein.

Du solltest aber bedenken, dass ein halber Liter Absinth nicht unbedingt eine geringe Menge ist. Besonders durch den hohen Alkoholgehalt des Absinth, der meist zwischen 50 und 80 Volumenprozent schwankt, und durch den Inhaltsstoff Thujon können Schädigungen des zentralen Nervensystem verursacht und somit auch das Gehirn in Mitleidenschaft gezogen werden. Das hängt aber auch noch mit anderen Faktoren zusammen, z.B. wieviel Alkohol Du normalerweise konsumierst.

Die klinischen Untersuchungen zu Thujon, dem Inhaltsstoff von Absinth, sind leider noch nicht so weit fortgeschritten, dass man sichere Aussagen über dessen Wirkung machen könnte. Neuere Studien weisen auf eine giftige Wirkung des Thujon auf Nerven, Nieren und Magen hin. Jedoch sollen diese Nebenwirkungen erst bei einer sehr hohen Dosierung eintreten. Dazu müsste man also eine sehr große Menge Absinth trinken, was bei 0,5 Litern sicherlich der Fall ist. Jedoch vermindert ein hoher Alkoholgehalt im Körper, und dieser steigt ja mit zunehmendem Absinthkonsum, wiederum die Aufnahme von Thujon durch den Organismus.
Aber wie schon gesagt, die klinischen Untersuchungen sind in diesem Bereich noch nicht besonders weit fortgeschritten und teilweise widersprüchlich.

Auch übermäßiger, anhaltender Alkoholkonsum kann sich negativ auf das Gehirn auswirken. Gehirnzellen können irreversibel geschädigt werden.

Wenn die Symptome, die Du beschreibst (leicht bedröhnter Zustand), durch Absinth verursacht wurden, dann vielleicht durch den überhohen Alkoholgehalt in Kombination mit Thujon. Genaueres kann eine Ferndiagnose jedoch nicht leisten.

Ein Neurologe oder eine Neurologin jedoch kann sich in einer individuellen Behandlung ein genaueres Bild machen. Seine/Ihre Diagnose kann Schäden im Gehirn lokalisieren und daraufhin kann er/sie Behandlungsmöglichkeiten vorschlagen. Eine solche Diagnose muss auch nicht unbedingt eine Computertomographie enthalten. Es besteht beispielsweise auch die Möglichkeit mittels einer Kernspinntomographie, die etwa eine halbe Stunde dauert, frei von Strahlen ist und auch weiterhin keine körperlichen Nebenwirkungen hat, Bilder vom Gehirn zu machen und eventuelle Schäden festzustellen. Inwieweit diese reparabel sind, kann wiederum nur von einem Facharzt bzw. einer Fachärztin beurteilt werden.

Durch eine Computer- oder Kernspinntomographie besteht jedenfalls die Möglichkeit, dass Schäden des Gehirns, die durch Alkoholkonsum verursacht wurden, sichtbar gemacht werden.

Dass Deine Leber- und Blutwerte in Ordnung sind, ist ein gutes Zeichen. Dein Körper hat also diesbezüglich den Absinthkonsum verkraftet. Was Dein Gehirn angeht, so wäre es falsch, bevor eine genauere Diagnose von einer Fachkraft durchgeführt wurde, über eventuelle Schäden zu spekulieren und sich daraufhin (vielleicht unnötig) Sorgen zu machen.

Alles Gute
Dein Dr.-Frühling-Team

 

Die Informationen in unserer Antwort sind keine Anleitung oder Motivierung zum Drogenkonsum! Aufgeführte Substanzen können dem BtMG [Betäubungsmittelgesetz] unterliegen. Besitz, Erwerb und Handel damit sind strafbar! Wenn die Stoffe frei verfügbar sind, heißt das nicht, dass ihr Gebrauch ungefährlich wäre.
Dieser Text wurde nach bestem Wissen und Gewissen verfasst. Dennoch können Irrtümer nicht ausgeschlossen werden. Die Drug Scouts übernehmen keine Haftung für Schäden, die durch irgendeine Art der Nutzung der Informationen dieses Textes entstehen.

Alter: 
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