Hallo,
ich habe einige freunde die sehr sehr den drogen verfallen sind.
wie kann ich den helfen? sollte ich Ihre Eltern informieren oder wie kann ich mich verhalten? Sie sind doch erst anfang 20!
mit freundlichen grüßen
richard
Hallo Richard,
Du machst Dir Gedanken bzw. Sorgen um Deine FreundInnen, da sie Drogen konsumieren.
Menschen konsumieren psychoaktive Substanzen aus verschiedenen Gründen, z.B. um einen Rausch zu erleben, vom Alltag abzuschalten, sich zu entspannen, Party zu machen, sich in eine andere Welt zu flüchten, etwas Neues zu entdecken und zu erleben, körperliche und/oder seelische Beschwerden zu lindern oder auch, weil sie ohne den Konsum einer oder mehrerer Substanzen nicht mehr wollen oder können.
Viele Menschen machen gute Erfahrungen mit dem Konsum psychoaktiver Substanzen und können ihn in ihr Leben integrieren. Es gibt aber auch Menschen, die Probleme mit Drogen(gebrauch) bekommen. Es kann passieren, dass der Konsum oder die Beschaffung einer oder mehrerer Drogen das Leben eines Menschen über einen bestimmten Zeitraum stark bestimmt. Dieser Zeitraum kann kurz sein, sehr lang oder sich z.B. auch mit Abstinenzphasen abwechseln. Wenn jemand einmal oder mehrmals konsumiert, heißt das nicht unbedingt, dass das bis zum Lebensende so sein muss - und auch nicht, dass diese Person "automatisch" süchtig wird.
Dennoch machst Du Dir Sorgen. Was Du tun kannst, ist Folgendes: Such das Gespräch mit Deinen FreundInnen, versuch Deine Sorge in Worte zu fassen, ohne ihnen Vorwürfe zu machen. Es geht darum, ihnen zu verdeutlichen, wie es DIR mit ihrem Konsum geht, was ihr Verhalten bei DIR auslöst. Versuch, einen passenden Moment und den richtigen Ort dafür zu wählen. Bleib ruhig und sachlich.
Sicher wäre es hilfreich, wenn Du Dir vor dem Gespräch Gedanken machst, was Du Deinen FreundInnen sagen möchtest und was Du mit dem Gespräch erreichen willst. Warum machst Du Dir Sorgen? Geht es Deinen FreundInnen wegen des Konsums körperlich oder seelisch schlecht; werden sie leichtsinnig, wenn sie konsumiert haben u.s.w. Was stört Dich am Konsum Deiner FreundInnen - empfindest Du ihr Verhalten, wenn sie "drauf " sind, als unangenehm? Wenn ja, warum? Haben sich Deine FreundInnen in einer Weise "verändert", die Dir nicht gefällt? Versuch Dein Anliegen so konkret wie möglich vorzubringen. Mit der bloßen Aussage "es stört mich, dass ihr Drogen nehmt" wirst Du sehr vermutlich kein Gehör finden.
Es ist wichtig, Deinen Standpunkt klar zu machen, aber versuch auch, den Deiner FreundInnen zu verstehen.
Du kannst sie z.B. fragen, warum sie Substanzen konsumieren und was für Gefühle dadurch bei ihnen aufkommen. Oder in welchen Situationen Deine FreundInnen besonders gern oder intensiv konsumieren. Du kannst auch fragen, ob sie vielleicht selber Sorgen oder Ängste haben bzw. warum nicht und wie sie sich die Zukunft mit Drogen vorstellen. Wenn Du mehr darüber weißt, was in Deinen FreundInnen vorgeht, kannst Du evtl. manche Dinge besser nachvollziehen bzw. verstehen.
Die Eltern Deiner FreundInnen zu informieren, kann schnell als Verrat empfunden werden bzw. kann es möglich sein, dass Dir Deine FreundInnen nicht mehr vertrauen. Bedenke, dass Deine FreundInnen Anfang 20 sind, also die Verantwortung bei ihnen liegt und nicht mehr bei ihren Eltern.
Wenn Du oder Deine FreundInnen das Gefühl haben, mit der Situation nicht alleine zurechtzukommen, dann kannst Du bzw. könnt Ihr auch Unterstützung bei einer Beratungsstelle oder Selbsthilfegruppe suchen.
Wenn Du in die Suchmaschine auf unserer Startseite die Begriffe "Freunden helfen" eingibst, findest Du Anfragen und Erfahrungsberichte anderer Menschen, die in einer ähnlichen Situation wie Du sind bzw. waren.
Viel Erfolg,
Dein Dr.-Frühling-Team
Die Informationen in unserer Antwort sind keine Anleitung oder Motivierung zum Drogenkonsum! Aufgeführte Substanzen können dem BtMG [Betäubungsmittelgesetz] unterliegen. Besitz, Erwerb und Handel damit sind strafbar! Wenn die Stoffe frei verfügbar sind, heißt das nicht, dass ihr Gebrauch ungefährlich wäre.
Dieser Text wurde nach bestem Wissen und Gewissen verfasst. Dennoch können Irrtümer nicht ausgeschlossen werden. Die Drug Scouts übernehmen keine Haftung für Schäden, die durch irgendeine Art der Nutzung der Informationen dieses Textes entstehen.
Verfasst am: Mo, 01/01/2007 - 10:32