Hallo Yves,
"harte Drogen" ist ein unspezifischer Begriff, der zwar oft verwendet wird, aber nichts über die Wirkung einer Substanz aussagt. Wir vermeiden es deshalb, psychoaktive Substanzen in "hart" oder "weich" einzuteilen, können uns aber vorstellen, auf welche Substanzen Du mit Deiner Frage abzielst. Dennoch können wir Dir Deine Frage nicht allgemeingültig beantworten, weil Drogen unterschiedlich im Körper verstoffwechselt werden. Jede Droge spezifisch aufzuführen würde an dieser Stelle zu weit führen und ist für die Antwort auf Deine Frage nicht von Bedeutung.
Uns ist bei Deiner Frage nicht ganz klar, ob es Dir um den Abbau der Stoffe im Organismus geht, also ob man durch viel trinken die Wirkungszeit von Stoffen verkürzen kann oder ob Deine Frage eher in die Richtung der Nachweiszeiten geht, also ob diese beeinflussbar sind.
Die Polarität von Substanzen hat keinen Einfluss auf deren Verstoffwechselung. Durch die Polarität eines Stoffes wird die Wechselwirkung seiner Moleküle mit den Molekülen eines anderen Stoffes bestimmt; es entsteht aber keine Reaktion, d.h. der Ausgangsstoff bleibt trotzdem vorhanden. Auch, wenn man von Löslichkeit spricht (diese ist von der Polarität der beteiligten Stoffe abhängig), heißt das nicht, dass sich die Moleküle verändern bzw. abgebaut werden, sondern nur in einer Lösung verteilen. Viele Substanzen sind wasserlöslich, z.B. Kokainhydrochlorid, Speed, Crystal und aufgrund dessen über die Nasenschleimhaut resorbierbar. Das Wasser beeinflusst aber die Wirkstoffe nicht.
Alkohol beschleunigt keineswegs den Stoffwechsel; im Gegenteil: er wirkt bei höherer Dosis stoffwechselverlangsamend. Er zählt zu den Zellgiften und wird in der Leber abgebaut. In Verbindung mit weiteren aufgenommenen Substanzen wie z.B. Kokain, Speed oder Ecstasy kommt es zu einer hohen Beanspruchung der Leber, was zur Folge hat, dass die einzelnen Stoffe langsamer verstoffwechselt werden. Durch häufigen und hochdosierten Konsum dieser Substanzen wird die Leber dauerhaft geschädigt.
Alkohol wird oft zu anderen psychoaktiven Substanzen konsumiert. Für viele User ist das also eine gewohnte Kombi und sie können oft in etwa einschätzen, was sie erwartet. Dennoch birgt der Mischkonsum bei vielen Kombinationen gewisse Risiken: Alkohol zählt zu den Downern. Beim Mischkonsum mit anderen Downern wie Opiaten, Benzodiazepinen oder auch GHB und Schnüffelstoffen kann es durch die Herabsetzung der Körperfunktionen zu lebensbedrohlichen Zuständen wie Atemdepression, Dämpfung der Herzschlagfrequenz bis zum Herzstillstand kommen, da diese Substanzen sich in ihrer Wirkungsweise verstärken. Durch den gleichzeitigen Konsum von Alkohol und leistungssteigernden Substanzen wie Kokain, Crystal, Speed hingegen spürt man die Alkoholwirkung nicht oder nur vermindert, was zur Unterschätzung der getrunkenen Menge bis hin zur Alkoholvergiftung führen kann. Bei gleichzeitiger Einnahme von LSD und Alkohol ist die Gefahr lebensbedrohlicher Krampfanfälle möglich. Alkohol in Verbindung mit Lachgas kann Übelkeit und Erbrechen hervorrufen.
Als Safer-Use-Maßnahme für den Konsum fast aller psychoaktiven Substanzen [Ausnahme: Ketamin!] empfehlen wir, vor, während und nach dem Konsum genügend Wasser zu trinken. Das liegt aber nicht daran, dass Wasser den Abbau von Drogen beschleunigt (vielleicht zu einem geringen, aber nicht nennenswerten Teil). Vielmehr bewirken einige Drogen, z.B. Ecstasy, Crystal, Kokain, Speed oder Alkohol eine Dehydratation (Austrocknung) des Körpers. Zum Einen, weil sich durch deren Wirkung die Körpertemperatur erhöht und der Körper durch Schwitzen an Flüssigkeit verliert. Zum Anderen bewirken sie eine Beschleunigung des Nierenstoffwechsels. Deshalb wird in den Nieren mehr Harn gebildet und es entsteht der oft beschriebene verstärkte Harndrang. Daher ist es wichtig, auch nach dem Konsum von Drogen auf genügend Flüssigkeitszufuhr zu achten, denn Wasser ist für den Stoffwechsel unabdingbar.
Ausreichend Wasser trinken (mind. 2 l pro Tag, bei Hitze oder Schwitzen mehr) ist u.a. notwendig, um "Abfallprodukte" des Stoffwechsels durch den Körper zu transportieren. Ausgeschieden wird das aufgenommene Wasser sowie die "Abfallprodukte" vor allem über die Nieren, aber auch über den Darm, die Haut und die Lunge. Ist nicht genug Wasser (v.A. im Blut) vorhanden, können Giftstoffe nicht vollständig abtransportiert werden und bleiben im Körper zurück. Dass allein die Aufnahme von mehr Wasser automatisch einen schnelleren Abbau von Drogen bedeutet, halten wir für unwahrscheinlich. Jedoch ist viel Wasser trinken gut, um Leber und Nieren durch zu spülen und Stoffwechselprodukte abtransportieren zu können.
Sollte es Dir um Nachweiszeiten gehen: der ph-Wert des Urins hat einen Einfluss auf die Nachweiszeiten psychoaktiver Substanzen: die Nachweiszeiten sind bei saurem Urin kürzer als bei basischem. Einige Quellen (s.u.) sprechen davon, dass der pH-Wert durch Aufnahme saurer Fruchtsäfte oder Ascorbinsäure beeinflusst werden kann - der Urin wird saurer. Ob dem tatsächlich so ist, können wir nicht sagen. Sicher ist, dass die Ernährung den pH-Wert des Urins beeinflusst. So haben VegetarierInnen eher basische pH- Werte und Menschen, die fleischreich essen, saure.
http://www.drogenkult.net/?file=WasTun&view=pdf
Letztendlich können wir Deine Frage nach dem schnelleren Abbau von Drogen durch Wasser oder Alkohol nach unserem momentanen Wissensstand mit "Nein" beantworten. Dennoch gibt es ein paar Möglichkeiten, den Abbau von Drogen im Körper zu beschleunigen. Hierfür ist alles empfehlenswert, was den Stoffwechsel des Körpers antreibt, z.B. Saunagänge, Tanzen oder Sport. Da Du voraussichtlich dabei schwitzt, ist es notwendig, genügend Wasser zu trinken, um Deinen Flüssigkeitshaushalt auszugleichen.
Viele Grüße,
Dein Dr.-Frühling-Team
Die Informationen in unserer Antwort sind keine Anleitung oder Motivierung zum Drogenkonsum! Aufgeführte Substanzen können dem BtMG [Betäubungsmittelgesetz] unterliegen. Besitz, Erwerb und Handel damit sind strafbar! Wenn die Stoffe frei verfügbar sind, heißt das nicht, dass ihr Gebrauch ungefährlich wäre.
Dieser Text wurde nach bestem Wissen und Gewissen verfasst. Dennoch können Irrtümer nicht ausgeschlossen werden. Die Drug Scouts übernehmen keine Haftung für Schäden, die durch irgendeine Art der Nutzung der Informationen dieses Textes entstehen.
Verfasst am: Mi, 04/07/2007 - 15:24