hallo drugscouts,
ich habe noch eine frage: was versteht man unter dem wort alkopops? [hab ich im schweizer fernsehen gehört] danke für die auskunft!
euer depo
Hallo Depo,
Alkopops (auch "Designerdrinks" genannt) werden fertige alkoholhaltige Mixgetränke auf der Basis von Limonaden und meist hochprozentigen Alkoholika genannt. Zum Beispiel Limo+Wodka, Limettensaft + Rum oder Cola + Rum oder auch Whiskey-Cola und so weiter.
Daneben gibt es die Varianten mit einem geringeren Alkoholgehalt wie zum Beispiel Bier plus Limonade beziehungsweise Bier + Limonade + Schnaps. In diese Kategorie fallen demzufolge auch bekannte Spirituosen wie Radler (Zitronenlimo + Pilsbier), Diesel (Cola + Pilsbier), Cola-Weizen (Cola + Weißbier), Bananen-Weizen und so weiter.
Alkopops haben in der Regel Alkoholgehalte von rund 5,5 Vol %.
Wirkung und Konsumgefahren:
Der Geschmack des Alkohols wird durch Zucker, durch den Zusatz von Aromen oder auch durch Fruchtsaftanteile überlagert. (Weitere Zusatzstoffe sind beispielsweise Säuerungsmittel, Farbstoffe und zum Teil auch Konservierungsstoffe.) Zucker und Kohlensäure bewirken zusätzlich, dass der Alkohol besonders leicht ins Blut aufgenommen wird. Da man den Alkohol kaum schmeckt, kann es leicht zu Fehleinschätzungen bezüglich der konsumierten Menge kommen. Manche Getränke sind zudem mit weiteren psychoaktiv wirkenden Stoffen angereichert, wie z.B. Guarana, einer koffeinhaltigen Substanz, um zusätzlich aufputschende Effekte zu erzielen.
In diesem Zusammenhang ist eine genaue Trennlinie zwischen Alkopops und Energizern nicht genau zu ziehen. Alkopops sind ganz auf den Geschmack von Jugendlichen getrimmt: Sie sind süss, farbig, schick und trendy. Gerne werden sie von jungen Menschen konsumiert. Der Absatz von Alkopops ist stark angestiegen, weshalb beispielsweise die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) nun fordert, dass der Gesetzgeber bei Alkopops die gleichen Maßnahmen anwenden soll wie bei Zigaretten. Das bedeutet: Warnhinweise, Steuererhöhungen, Werbeverbote und ein Mindestalter von 18 Jahren für den Erwerb. Aus Sicht der DHS seien Alkopops die "Einstiegsdroge" in die Alkoholabhängigkeit, weshalb Warnhinweise wie "Dieses Getränk macht sehr schnell abhängig - fangen Sie gar nicht erst damit an" als nötig angesehen werden.
Aus unserer Sicht sind die geplanten "Sanktionen" betreffs Designerdrinks ein erneuter Beweis für eine gewisse Ohnmachtslage, in der sich unsere Gesundheitspolitik befindet. Was den gesellschaftlichen Wandel, besonders von Jugendlichen in Bezug auf Drogen betrifft, weiß wohl ein Großteil, dass Verbote nicht viel nützen. Daher ist es wichtiger, Alkopops-KonsumentInnen auf Trinkgewohnheiten anzusprechen und über Wirkung und konsumierte Menge des Alkohols, Abschätzbarkeit der Fahrtüchtigkeit etc. hinzuweisen.
Viele Grüße
Dein Dr.-Frühling-Team
Die Informationen in unserer Antwort sind keine Anleitung oder Motivierung zum Drogenkonsum! Aufgeführte Substanzen können dem BtMG [Betäubungsmittelgesetz] unterliegen. Besitz, Erwerb und Handel damit sind strafbar! Wenn die Stoffe frei verfügbar sind, heißt das nicht, dass ihr Gebrauch ungefährlich wäre.
Dieser Text wurde nach bestem Wissen und Gewissen verfasst. Dennoch können Irrtümer nicht ausgeschlossen werden. Die Drug Scouts übernehmen keine Haftung für Schäden, die durch irgendeine Art der Nutzung der Informationen dieses Textes entstehen.
Verfasst am: Mo, 03/11/2003 - 19:02