... gehören für viele Menschen zusammen: z.B. Alkohol, Cannabis vor dem Sex, Poppers, GHB/GBL beim Sex oder die Zigarette danach.
Oft werden psychoaktive Substanzen eingesetzt, um sexuelle Kontakte zu ermöglichen bzw. zu erleichtern. Mit einem kleinen Schwips oder auf Ecstasy ist der/die Eine oder Andere eben etwas mutiger und offener. Drogen werden auch konsumiert, um Sex intensiver, länger und aufregender zu erleben.
Wirkungen, die man(n) sich vom Konsum wünscht, können z.B. folgende sein: Euphorie, Enthemmung, gesteigerte Kontaktfreude, Erregung, erhöhtes Berührungsempfinden, vermindertes Schmerzempfinden, gesteigerte Erektionsfähigkeit und längere Erektionen.
Sex mit Drogenkonsum zu verbinden kann schön und aufregend sein. Dabei sollte man(n) aber nicht vergessen, dass mit dem Konsum einer psychoaktiven Substanz nicht immer und sofort eine bestimmte körperliche oder emotionale Wirkung erreicht werden kann. Eine Line Kokain kann Dich zum Hengst werden lassen, aber auch dafür sorgen, dass gar nichts mehr geht. Psychoaktive Substanzen wirken außerdem nicht bei jeder Person gleich. Der Konsum kann also auch genau das Gegenteil bewirken, z.B. Erektionsstörungen oder fehlende Lust auf Sex. Das kann vor allem dann passieren, wenn die Wirkung einer oder mehrerer Substanzen unerwartet eintritt, als unangenehm oder bedrohlich empfunden wird oder wenn zu viel konsumiert wurde.
Häufig ist Sex auf Drogen auch gar nicht geplant, sondern ergibt sich.
Wie auch immer der Sex zustande kommt: Safer Sex ist angesagt!
Safer Use beim Sex auf Drogen:
Wie sich ein Rauscherlebnis gestaltet, ist neben der Substanz selbst von weiteren Faktoren abhängig. So spielen Set (der physiologische/körperliche und psychologische Zustand einer Person zum Zeitpunkt des Konsums) und Setting (das psychische, soziale und kulturelle Umfeld) eine zentrale Rolle.
Es geht also darum, folgende Fragen zu klären:
Geht es mir psychisch und körperlich gut?
Aus welchen Gründen möchte ich eine Substanz konsumieren?
Was erwarte ich (vor dem Hintergrund bisheriger Drogenerfahrungen)?
Habe ich womöglich Angst vor der Wirkung?
Fühle ich mich an diesem Ort mit den Menschen um mich herum wohl? etc.
Viele Substanzen bewirken eine Intensivierung der gegenwärtigen Gefühlslage. Ein paar Gläser Schnaps, ein Joint oder eine Line Speed können je nach emotionaler Ausgangslage die gute Stimmung steigern oder negative Emotionen verstärken. Natürlich beeinflusst auch die Dosis und die Qualität des Stoffs das Erleben des Rauschs. Eine geringe Dosis GHB kann die Lust auf und die Gefühle beim Sex steigern, ein bisschen zu viel kann eine Person aber auch in einen komatösen Schlaf versetzen.
Konsumiere deshalb nur, wenn es Dir körperlich und psychisch gut geht und in einer Umgebung, in der Du Dich wohl fühlst. Es sollte möglichst immer eine Person in der Nähe sein, der Du vertraust und die im Notfall Hilfe leisten oder holen kann.
Grundsätzlich gilt: nimm lieber weniger als zu viel. D.h., teste eine Substanz erstmal vorsichtig an, warte, bis sich die Wirkung vollständig entfaltet und leg nicht gleich nach. Psychoaktive Substanzen, die gleichzeitig oder in kurzen Abständen konsumiert werden, können miteinander wechselwirken; Wirkung und Risiken sind dann schwerer zu kalkulieren als bei Monokonsum.
Es ist von Vorteil, wenn Du vor dem Mischkonsum bereits Erfahrungen mit dem Monokonsum dieser Substanzen hast. Informiere Dich vorher über die jeweiligen Wechselwirkungen.
Lebensgefährliche Kombinationen: Poppers und Viagra; GHB/GBL und Alkohol. Planst Du mit Jemandem Drogen zu konsumieren (und Sex zu haben), solltet Ihr euch ausreichend über Wirkungen und Nebenwirkungen der Substanz(en) informieren sowie über Möglichkeiten, Risiken beim Konsum und beim Sex zu minimieren (Safer Use).
Es ist von Vorteil, wenn zumindest eine/r der Beteiligten Konsumerfahrungen hat. Alle Beteiligten sollten mit dem Konsum einverstanden sein, auch wenn nur eine Person konsumiert. Ist das nicht der Fall, kann das Ganze leicht zu einem unangenehmen Erlebnis werden.
Einige psychoaktive Substanzen wirken enthemmend: Unter dem Einfluss von Poppers beispielsweise bist Du womöglich eher bereit, Neues auszuprobieren und Dich auf sexuelle Abenteuer (auch mit Menschen, die Dir nicht vertraut sind) einzulassen. Das kann mit manchen super, mit anderen äußerst unangenehm sein (vor allem im Nachhinein). Es lohnt sich also, sich vorher ein paar Gedanken zu machen, was, wie viel, mit wem und in welcher Situation Du konsumieren möchtest.
Wichtig bei einem "Sextrip" ist, auf seine(n) Partner/innen Rücksicht zu nehmen und selbst zu wissen "Wie weit will ich gehen?". Versuch vielleicht vorher oder in einem passenden Moment darüber zu reden: "Welche Sexualpraktiken sind OK, was ist TABU?".
Auf Poppers oder 2C-B ist man u.U. einfach nur noch geil. Bist Du einmal drauf, kann es gut sein, dass Dir alles egal ist bzw. Dein Partner/Deine Partnerin im Überschwang der Gefühle Dinge tut, die Du nicht willst. Vorab solche Fragen zu klären, kann dazu beitragen, dass der Sex für alle ein schönes Erlebnis wird.
Konsumiere niemals so viel, dass Du Dich nicht mehr wehren kannst oder das Wehrverhalten der anderen Person(en) nicht mehr wahrnimmst. Durch den Konsum einiger Substanzen kannst Du in einen hilflosen Zustand geraten (z.B. GHB/GBL, Alkohol, Benzos, Heroin oder Ketamin). Achte deshalb darauf, mit wem Du zusammen bist.
Durch die aufputschende Wirkung einiger Drogen ist es möglich, dass der Sex erheblich länger als sonst dauert. So kann Speedkonsum dazu führen, dass ER steht, aber Du lange nicht zum Orgasmus kommst. Denkt in diesem Fall daran, das Kondom öfter mal zu wechseln.
Aufputschende Substanzen wie Speed, Crystal oder MDMA steigern die Leistungsfähigkeit, beschleunigen Puls und Atmung und steigern die Körpertemperatur. Auch Sex stimuliert Herz und Kreislauf. Es besteht die Gefahr, dass man sich überanstrengt, den Kreislauf überbelastet bzw. den Körper überhitzt. Deshalb: Pausen einlegen, auf die Signale des Körpers achten (rasender Puls, heiße Haut etc.) und ausreichend trinken (kein Alkohol!).
Alkoholfreie Getränke können auch helfen, wenn ER nicht mehr will. Herrscht im Körper Flüssigkeitsmangel, konzentriert sich die Blutversorgung auf die für das Überleben wichtigsten Organe im Körper - zu denen das beste Stück nicht zählt; die Blutversorgung im Penis wird deshalb bei Flüssigkeitsmangel als erstes verringert.
Der Konsum von Speed, Crystal, LSD, Kokain und Ecstasy trocknet Deine Schleimhäute schnell aus. Kondome können dadurch reißen und die Ansteckungsgefahr für HIV, Hepatitis B und C oder andere sexuell übertragbare Krankheiten steigt. Deshalb immer weitere Kondome und Gleitgel in Griffnähe haben und benutzen.
Sniefst Du häufiger Amphetamin oder Kokain bzw. benutzt Poppers, kann Deine Nase innerlich verletzt sein. Deshalb: Nach dem Reinigen von Dildos oder nach einem Faustfick Finger weg von der Nase - Infektionsgefahr! Mit verschmutzten Fingern keine Snief-Utensilien anfassen oder die nächste Line zubereiten.
Psychisch abhängig von "Sex auf Drogen"?
Manche User berichten, dass sie mit einer Substanz so viel Vergnügen oder so intensive Erlebnisse haben, dass sie danach nicht mehr ohne wollen oder können. Tipp: Sex auf Drogen sollte etwas Besonderes bleiben. Auch wenn Du viel Spaß dabei hast: Probier es ab und zu mal ohne Konsum.
Weiterführende Links:
Infos zu Wirkungen, Kurzzeit- und Langzeitnebenwirkungen sowie Wechselwirkungen psychoaktiver Substanzen und Safer-Use-Tipps findest Du in unserem Lexikon.
Was bedeutet Safer Use?
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