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User-Warnmeldung zu potenziell verunreinigtem Marihuana

Folgende Warnmeldung erreichte uns heute von einem User aus Hessen, mit der Bitte sie zu veröffentlichen. Wenn Ihr auch solche Symptome hattet und / oder ähnliches berichten könnt, mailt uns an drugscouts@drugscouts.de!

Warnmeldung im Originaltext:

Sehr geehrte Damen und Herren,

Mitte Oktober 2009 erwarb ich von einem Kommilitonen Marihuana für den Eigenbedarf. Schnell stellte ich fest, dass mit diesem Gras etwas nicht stimmte, da die Inhalation der Substanz extrem schmerzte. Ich informierte mich über bereits bekannte Streckmittel, welche benutzt werden, um die Masse zu erschweren und somit den Gewinn zu steigern (Blei, Brix usw.) und spülte das vergiftete Gras die Toilette hinunter. Unmittelbar nach dem Konsum erkrankte ich allerdings schwer und schlussfolgerte logischerweise, dass meine Symptome ein Resultat des Konsums sein mussten.

Hier eine Liste mit spezifischen Merkmalen des verunreinigten Marihuanas und meinen körperlichen, wie geistigen Nebenwirkungen:

Eigenschaften des verunreinigten Marihuanas:

  • Scheinbar gute Qualität (Aussehen und Geruch)
  • Funken beim Abbrennen (Brennprozess zu schnell)
  • Rauch lässt vom Geruch her auf chemischen Zusatz schließen
  • Weißer hartnäckiger Schmierfilm an der Innenseite der (Glas)- Pfeife
  • Pechschwarze, klebrige Asche anstatt grau und bröselig

Nebenwirkungen:

  • Verwirrtheitszustände (Blackouts)
  • Magen-Darmbeschwerden; insbesondere Durchfall (ca. 3-4 Tage)
  • Schluckbeschwerden (auch beim Essen)
  • Beschädigung der Atemwege; Atemwegsentzündung? Luftnot und Schmerzen bei geringer Aktivität -> konnten mithilfe von Kortisonspray ansatzweise behoben werden (Budes Easyhaler)
  • Auffällige Schwellungen im Gesicht (wurde mehrmals angesprochen)
  • Extrem starke Schweißausbrüche (vor allem nachts)
  • Insgesamt ohne Übertreibung zwei Wochen angeschlagen gewesen

Ich rief meine Hausärztin an, die aussagte, dass es sinnvoll sei das Streckmittel zu ermitteln und zu benennen, um eine gezielte Behandlung vornehmen zu können. Also fischte ich aus meinem Mülleimer 2-3 Jointstummel, welche noch genügend Gras enthielten, um eine Untersuchung vornehmen zu lassen. Ursprünglich hatte ich geplant, diese Reste an ein beliebiges Giftinstitut zu schicken, war mir allerdings auch im Klaren darüber, dass man sich dort je nach Ergebnis nicht an die Schweigepflicht halten kann. Ich setzte mich mit dem Chefredakteur des Berliner Hanf Journals in Verbindung, der mir riet diese vergifteten Reste an eine bestimmte Apotheke zu schicken, welche mit dem Hanf Journal kooperiere und die eine anonyme Untersuchung vornehmen könne. Ich setzte mich mit der Apotheke in Verbindung und für einen Betrag von 20 Euro versprach man mir, das Gras zu untersuchen.

Da sich meine Symptome verschlimmerten, fuhr ich in ein Krankenhaus, um mich gründlich untersuchen zu lassen. Dort wurde ich umgehend von dem behandelten Arzt in eine „Kifferschublade“ gesteckt und subtil beleidigt und diskriminiert. Die Behandlung ließ sehr zu wünschen übrig, da mir dieser Arzt noch nicht mal in den Hals guckte, noch das Röntgen meiner Lunge vorschlug. Nach diesem Besuch im Krankenhaus war mir deutlich geworden, wie verpönt der Konsum von Marihuana in Deutschland zu sein scheint und dass ich dementsprechend zu einer Randgruppe gehöre.

Nach drei Wochen hatte man in der Apotheke (k)ein Ergebnis feststellen können. Man sagte, es sei nichts zu finden. Daraufhin sagte ich aus, dass ich mir bezüglich einer chemischen Verunreinigung 100%ig sicher sei und dass ich mich so nicht abspeisen ließe. Des Weiteren gestand man dann dort, dass die Kapazitäten dieser Apotheke nicht ausreichen, um eine chemische Untersuchung vornehmen zu können. Ich bat die Apotheke um eine Rücksendung der Substanz, um diese dann von einem Giftinstitut untersuchen lassen zu können. Nun wurde mir von der Apotheke mitgeteilt, dass dies nicht möglich sei, da man auf diesem Wege gegen das Betäubungsmittelgesetz verstieße und somit die „Sache“ betreffend am Ende sei. Darüber war ich sehr verärgert und kündigte an, mich bezüglich dieser „Sache“ an weitere Institutionen zu wenden und ließ mir die Nummer des Krankenhauses geben, dem die Apotheke unterstellt ist. Am nächsten Tag kontaktierte mich die Apotheke schon morgens, um mir mitzuteilen, dass die Polizei bzw. das LKA NRW die vergiftete Substanz ausnahmsweise unter Einhaltung der Schweigepflicht untersuchen wolle.

Da ich mir schon dachte, dass sich diese Analyse in die Länge ziehen würde, suchte ich meine Hausärztin auf, um mir ein Kortisonspray gegen meine Atemwegsbeschwerden verschreiben zu lassen, welche seit dem Zeitpunkt des Konsums meinen Alltag sowie meine Psyche negativ beeinflussten. Wochen später meldete sich die Apotheke wieder bei mir und sagte aus, dass man in der Tat einen extrem gesundheitsgefährdeten chemischen Stoff gefunden habe und dass die Polizei eine Warnmeldung an die Presse herausgeben wolle, um die Bevölkerung zu schützen. Es handele sich hierbei um ein neues Streckmittel, welches bereits stellenweise in NRW aufgetaucht sei und dass zur stationären Krankenhausbehandlung vereinzelter Konsumenten geführt habe. Zudem sagte man, dass es noch nicht möglich sei den giftigen Stoff konkret in der Öffentlichkeit zu benennen, da die Untersuchung erst von einer bestimmten Behörde abgesegnet werden müsse. Meine Besorgnis war groß und ich fragte, ob man schon was über eventuelle Folgeschäden wisse. Daraufhin erklärte man, dass die Betroffen sich wieder schnell erholt hätten und dass der Konsum dieses giftigen Stoffes laut LKA NRW keine Folgeschäden habe.

Nun stellen sich mir zwei Fragen:

  • Ist das LKA NRW in der Lage diese Frage so voreilig zu beantworten?
  • Steht die Aussage „keine Folgeschäden“ nicht im Widerspruch zu den Aussagen „extrem giftiger Stoff“ und „Warnmeldung“?

Diese wichtigen Informationen das verunreinigte Marihuana betreffend wurden mir von der zuständigen Apotheke Mitte Dezember vermittelt und ich weiß bis heute nicht, was ich damals konkret geraucht habe. Eine Warnmeldung an die Bevölkerung wurde bis jetzt auch nicht herausgegeben. Was die Behauptung bezüglich der Folgeschäden angeht, kann ich nur erklären, dass ich nicht mit jener übereinstimme, da ich, seitdem ich diese Substanz konsumiert habe und obwohl mir zur Behandlung der Atemwegsbeschwerden ein Kortisonspray verschrieben wurde, immer noch Beschwerden habe. Meine Atemwege sind nach wie vor angegriffen und ich rauche seitdem nicht mehr so viele Zigaretten, da es einfach schmerzt.

Ich bitte Sie hiermit umgehend eine Warnmeldung an die deutsche Bevölkerung herauszugeben, um andere Konsumenten zu schützen.
 

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