June 2010

Der dritte Opiumkrieg

Der verbrecherische Krieg in Afghanistan sei zwar aussichtslos, schütze jedoch den Mohnanbau am Hindukusch, lautet ein oft gehörtes, sarkastisches Argument der Kritiker. Es fasst die Drogenherstellung nur als eine Kriegsfolge auf, obwohl sie, durchaus erkennbar, einer der US-Kriegszwecke ist. 93 % des weltweit produzierten Opiums, Rohstoff für Morphium und Heroin, kommen aus Afghanistan. Anno 2007 waren es 8.200 Tonnen, im Jahr darauf 8.300; das Ergebnis des vorigen Jahres fällt wegen einer schlechteren Mohnernte etwas geringer aus, exakte Zahlen gibt es noch nicht.

Welche Bewusstseinszustände wollen wir fördern?

Mit seinem Buch "Der Ego-Tunnel" will der Mainzer Philosoph Thomas Metzinger eine Debatte anstoßen über Chancen und Gefahren des "Neuroenhancement", also der Verbesserung der geistigen Leistungsfähigkeit, die nicht nur in den Pharmalabors, sondern schon längst auf den Straßen im Gange ist: Stichwort Ritalin.

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/buechermarkt/1167261/

Nächster Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung erscheint erst im Mai 2011

Berlin: (hib/MPI/JOH) Die jetzige Bundesregierung wird ihren ersten Drogen- und Suchtbericht im Mai 2011 veröffentlichen. Wie aus der Antwort der Regierung (17/1301) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (17/1124) weiter hervorgeht, soll dieser über die Entwicklung im Drogen- und Suchtbereich und die Tätigkeit der Regierung im Jahr 2010 berichten. Damit bejaht die Regierung indirekt die Frage der Grünen, ob es im Jahr 2010 keinen Drogen- und Suchtbericht geben wird.

Europabericht: Niederländer kiffen mit am wenigsten

Es ist schon ein bischen länger her, aber immer wieder Wert, erwähnt zu werden: Die Niederländer sind in der Gruppe der EU-Staaten, in denen am wenigsten Marihuana konsumiert wird. Die tolerante Politik gegenüber der Pflanze und den Coffeeshops sollte bekannt sein. Dennoch scheint sich dieser Weg als Möglichkeit der Risiko- und Schadensminderung für die deutschen Politik auszuschliessen – zumindest nach Meinung der Bundesregierung. Der Bericht sagt dazu aus, das in den Niederlanden 5.4% der Erwachsenen, verglichen mit den europäischen Durchschnitt von 6.8%.

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