Überfluss an Serotonin-Erkennungsstellen macht Menschen unempfindlich gegenüber Antidepressiva
US-Forscher haben möglicherweise entdeckt, warum Antidepressiva bei über der Hälfte der Patienten nicht oder nicht sofort anschlagen: Die Betroffenen haben vermutlich überdurchschnittlich viele Andockstellen für den Gehirnbotenstoff Serotonin an bestimmten Nerven in ihrem Hirnstamm. Kommen diese als Rezeptoren bezeichneten Andockstellen mit dem Botenstoff in Kontakt, drosseln sie die Eigenproduktion von Serotonin im Gehirn. Eine künstliche Erhöhung des Serotoninspiegels, die durch viele Antidepressiva herbeigeführt wird, hat in solchen Fällen also kaum eine Wirkung, weil sie zu einem Stopp der Serotoninbildung führt und damit im Endeffekt keine echte Erhöhung des Spiegels erreicht. Zwar stammen die Ergebnisse bisher lediglich aus Versuchen mit Mäusen, es gibt jedoch bereits Hinweise, dass es beim Menschen einen ähnlichen Mechanismus gibt, berichten die Forscher um Jesse Richardson-Jones von der Columbia-Universität in New York.
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