Mischkonsum von Oxazepam und Methadon, vielleicht auch Rohypnol - Überdosis?

Hallo Dr. Frühling Team! Habe ein großes Anliegen, mein Freund hat Methadon und Oxazepam eingenommen( weiß aber die genaue Dosis nicht). Er hatte Atemprobleme und hat auch sonst nicht regiert, habe dann ein Notarzt angerufen. Die haben ihm Sauerstoff durch die Nase gegeben und Blut abenommen und nach ca. 10 minuten ist er aufgewacht, die haben ihn trotzdem mitgenommen, jetzt ist mein Freund sehr sauer auf mich, dass ich den Arzt gerufen habe.
FRAGE: Wäre was schlimmes passiert wenn ich den Arzt nicht gerufen Hätte? Nur um zu wissen was ich beim nächten ausrutscher meines Freundes tun soll

 

 

Dr. Frühling:

Hallo,

der Mischkonsum von Opioiden wie Methadon und Benzodiazepinen wie Oxazepam oder Flunitrazepam (Rohypnol) bringt immer eine erhöhte Gefahr für Überdosierungserscheinungen mit sich. Dabei kann es zu Bewusstlosigkeit, sich verlangsamender Atemgeschwindigkeit bis zum Atemstillstand und sogar zum Tod kommen. Das sind die gleichen Symptome wie bei einer Heroinüberdosis. Wenn man mehrere Betäubungsmittel zusammen konsumiert, sollte man immer sehr vorsichtig vorgehen und äußerst niedrig dosieren!

So wie Du uns den Fall beschreibst, hast Du vollkommen richtig gehandelt, indem Du den Notarzt gerufen hast. Dein Freund war anscheinend kurz vor einer Überdosis. Wenn er bewusstlos ist, gar nicht mehr reagiert und sogar Atemaussetzer hat, ist es immer besser, eine_n Notarzt/Notärztin zu holen. Du kannst selbst nicht einschätzen, ob nun eine Überdosis vorliegt, die tödlich enden kann oder es einfach nur eine hohe Dosis war und er von alleine wieder aufwacht.

Der Notarzt wird Deinen Freund aus mehreren Gründen zur Beobachtung mitgenommen haben: Erstens, weil man sich bei der Einnahme von Medikamenten nie sicher sein kann, ob schon der Höhepunkt der Wirkung erreicht ist. Es kann auch sein, dass sich noch Bestandteile der Tabletten im Magen befinden und über den Darm erst noch ins Blut aufgenommen werden. Dann hätte nämlich später noch eine Überdosis eintreten können, wenn der Arzt wieder weg gewesen wäre. Dieses Risiko wollen Ärzte/Ärztinnen nicht eingehen, daher ist es üblich, die Notfallpatient_innen in solchen Fällen mitzunehmen. Zweitens müssen sie bei hochdosierter Einnahme von Betäubungsmitteln im Krankenhaus abklären, ob es sich um einen Selbstmordversuch handeln könnte, denn dann müsste man den Patienten / die Patientin hinterher psychiatrisch betreuen.

Genauere Informationen zum Vorgehen bei Bewusstlosigkeit, Atemstillstand und Herzstillstand findest Du hier: http://drugscouts.de/de/lexikon/erste-hilfe

Bei Menschen, die bewusstlos sind und nicht mehr auf äußere Reize reagieren, ist es immer besser, den/die Notarzt/Notärztin zu rufen, denn es könnte Lebensgefahr bestehen!

Viele Grüße,
Dein Dr.-Frühling-Team

 

Die Informationen in unserer Antwort sind keine Anleitung oder Motivierung zum Drogenkonsum! Aufgeführte Substanzen können dem BtMG [Betäubungsmittelgesetz] unterliegen. Besitz, Erwerb und Handel damit sind strafbar! Wenn die Stoffe frei verfügbar sind, heißt das nicht, dass ihr Gebrauch ungefährlich wäre. Dieser Text wurde nach bestem Wissen und Gewissen verfasst. Dennoch können Irrtümer nicht ausgeschlossen werden. Die Drug Scouts übernehmen keine Haftung für Schäden, die durch irgendeine Art der Nutzung der Informationen dieses Textes entstehen.

Alter: 

29

Stadt: 

Vechta