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Meskalin

Substanz

Meskalin: 3,4,5-Trimethoxyphenylethylamin (C11H17NO3)
Stoffklasse: Lophophoraalkaloide, b-Phenethylamine

Meskalin kommt in vielen Kakteen vor, unter anderem in den Arten Peyote (Lophophora williamsii), Peruanischer Stangenkaktus (Trichocereus peruvianus) und San Pedro (Trichocereus pachanoi). Es gibt auch synthetisch hergestelltes Meskalin, welches in Pulverform angeboten wird.

Andere Namen für Meskalin: Peyote, Knöpfe, Buttons.

Peyote (Lophophora williamsii)

Peyote ist ein extrem seltener, vom Aussterben bedrohter Kaktus.
Der stachellose, kugelförmige Kaktus, der v.a. in den nordmexikanischen Wüsten vorkommt, ist eine sehr langsam wachsende Pflanze: von der Keimung des Samens bis zur ersten Blüte vergehen etwa 13 Jahre. Unter optimalen Bedingungen kann er sich in der Zucht allerdings innerhalb von drei Jahren vom Setzling bis zum vollausgebildeten Kaktus entwickeln. Ausgewachsen erreicht er einen Durchmesser von etwa 15 cm. Der gesamte Kaktus enthält über 50 Alkaloide, wovon das Meskalin, ein stark psychedelisch wirksames Alkaloid, den Hauptbestandteil ausmacht. Die Angaben zum Meskalin-Gehalt des Peyotes schwanken stark. Man kann jedoch davon ausgehen, dass im frischen Peyote etwa 0.4% Meskalin enthalten sind, während im getrockneten Zustand der Meskalin-Gehalt zwischen 1-7% liegt, wobei Werte über 1% eher die Ausnahme bilden. Der medizinische Gebrauch von Peyote bei den mexikanischen Ureinwohner_innen geht sehr weit zurück. Er wurde und wird bspw. bei Kopf- und Ohrenschmerzen, Bronchitis, Fieber, bei der Entbindung, bei depressiven Verstimmungen und zur Wundpflege eingesetzt. Noch heute wird Peyote in großen Teilen Mittel- und Südamerikas unter Anleitung von Schamanen rituell angewendet (Peyotekult, Dämonenaustreibung, Heilung von Krankheiten von Körper und Geist).

Peruanischer Stangenkaktus (Trichocereus peruvianus)

Der Peruanische Stangenkaktus (Trichocereus peruvianus; auch Echinopsis peruviana genannt) wächst entlang der peruanischen Küste, meist in Regionen, die etwa 2000 Meter über Meereshöhe liegen. Er kann eine Höhe von 3 Metern erreichen und wurde und wird von den Indianer_innen Perus als Rauschdroge benutzt. Im getrockneten Zustand enthält er ca. 0,8% Meskalin und ist somit nahezu genauso potent wieder der Peyote-Kaktus.

San Pedro (Trichocereus pachanoi)

Der San Pedro-Kaktus (Trichocereus pachanoi; auch Echinopsis pachanoi) ist ein schnell wachsender Säulenkaktus, der aus den südamerikanischen Anden in Peru stammt und mittlerweile in vielen Gebieten Amerikas kultiviert wird. Er kann eine Höhe von bis zu 6 Metern erreichen und zum Pfropfen von anderen Kakteen (z.B. dem Peyote-Kaktus) benutzt werden. Dazu wird das oberste Stück des San Pedro flach abgeschnitten und der andere, ebenfalls angeschnittene, Kaktus aufgesetzt und fixiert. Der Vorteil dieser Methode ist, dass der San Pedro als Pfropfunterlage das Wachstum des anderen Kaktus fördert. Der San Pedro-Kaktus wurde und wird ebenso wie der Peruanische Stangenkaktus von den Indianer_innen Perus als Rauschdroge benutzt. Er enthält im getrockneten Zustand ca. 0,1% Meskalin und damit deutlich weniger als der Peyote oder der Peruanische Stangenkaktus.

Synthetisches Meskalin

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts etablierte sich synthetisches Meskalin als Modedroge bei Künstler_innen und in okkultistischen Kreisen. Der Rausch entspricht - wenn auch schwächer - dem von LSD und wird auch oft fälschlicherweise als dieses angeboten. Seit dem Aufkommen des viel potenteren LSD in den 50er Jahren verlor synthetisches Meskalin in der westlichen Welt weitgehend seine Bedeutung und ist heute nur noch selten auf dem Schwarzmarkt verfügbar.

Zubereitung

Die meskalinhaltigen Kakteen werden in dünne Scheiben geschnitten und in frischem oder getrocknetem Zustand (auf nüchternen Magen) gegessen oder teilweise mit heißem Wasser zu einem Tee aufgekocht. Da der San Pedro-Kaktus extrem bitter schmeckt, wird bei dieser Sorte oft die getrocknete Rinde zu einem feinen Pulver zermahlen. Das Rauchen der Kakteen ist eher unüblich, da die Wirkung viel schwächer ist und es enorm im Hals kratzt.

Wirkung

Der Meskalinrausch wird als psychedelisch-visionärer, ekstatischer, von Glücksgefühlen begleiteter Zustand beschrieben. Die halluzinogene Wirkung setzt nach 1-1,5 h ein und macht sich durch Hyperaktivität bemerkbar, Pulsschlag und Blutdruck sind erhöht.
Insgesamt dauert der Rausch 6 bis 9, manchmal bis zu 12 h an. Sämtliche Sinne werden verändert: Sehen und Hören sind stark beeinflusst, v.a. das Farbsehen wird stark intensiviert. Zeitsinn und räumliche Wahrnehmung sind deutlich verändert. Niedrige Meskalindosen können leicht aphrodisierend wirken.

Konsument_innen berichten von Euphorie, religiöser Tiefe, einem Gefühl einer visionären Erfahrung und der Veränderung des Ich-Empfindens sowie von Gefühlen der Ich-Auflösung.

Dosierung

Wirksame Meskalin-Dosen liegen bei ca. 200-400 mg. Oral eingenommen gelten 3-5 mg je kg Körpergewicht als halluzinogene Dosis.
10 g getrockneter Peyote-Kaktus enthalten ca. 100 mg Meskalin, für eine halluzinogene Wirkung sind also 20 – 40 g Kaktus notwendig. Der Peruanische Stangenkaktus ist nahezu so potent wie der Peyote-Kaktus, 30 – 50 g Trockenmaterial reichen für einen Trip. Der San Pedro-Kaktus enthält weniger Meskalin als die beiden zuvor genannten und wird meist als Pulver konsumiert (s.o.). Von diesem Pulver reichen 8 – 10 g für eine psychedelische Wirkung.

Allerdings kann der Wirkstoffgehalt der Kakteen je nach Alter, Wachstums- bzw. Zuchtort und anderen Faktoren sehr stark schwanken.

Nachweiszeiten

Meskalinkonsum wird nur bei besonderer Anforderung überprüft und kann ca. 1-4 Tage nach der letzten Einnahme im Urin nachgewiesen werden.

Kurzzeitnebenwirkungen

Der bittere Geschmack führt meist zu Übelkeit und teilweise zu Erbrechen. Weitere mögliche Nebenwirkungen sind zunächst Mundtrockenheit, dann erhöhter Speichelfluss, Pupillenvergrößerung, Anstieg der Körpertemperatur, verringertes Hungergefühl während der Wirkungsdauer, danach oftmals Heißhunger auf Süßigkeiten und Kopfschmerzen am nächsten Morgen; Angst, Horrortrips und Panikzustände sind nicht selten.

Meskalin ist auch in geringen Mengen schwach giftig, bis 700 mg jedoch kaum toxisch. Höhere Dosen [max. 1,5 g] verursachen Leberschäden und Vergiftungserscheinungen wie Schock und Krampfanfälle und können zum Tod durch Atemlähmung führen.

Langzeitnebenwirkungen

Nebenwirkungen, die bei regelmäßigem Konsum über einen längeren Zeitraum auftreten, sind uns nicht bekannt (was nicht heißt, dass es keine gibt).
Es besteht das Risiko, dass auch bei einmaligem Konsum verborgen vorhandene Psychosen ausgelöst werden können.

Wechselwirkungen

Vom Mischkonsum mit anderen Drogen ist abzuraten.

Meskalin + Cannabis: Die Cannabiswirkung wird intensiviert.

Meskalin + MAO-Hemmer: es kann zu lebensgefährlichen Störungen der Körperfunktionen kommen!

Safer use

Jungen und psychisch labilen Menschen sowie Menschen mit psychischen Erkrankungen und Personen, die Neuroleptika einnehmen, raten wir vom Meskalin-Konsum ab.

Menschen mit Herz-Kreislauf-Problemen setzen sich einem besonderen Risiko aus, wenn sie Meskalin konsumieren. Unbedingt vorher Infos dazu einholen und im Zweifelsfall auf den Konsum verzichten!

Meskalin sollte nicht allein konsumiert werden. Die Begleitung durch eine nüchterne, mit Meskalin erfahrene Person (traditionell ist das der Schamane) ist sehr zu empfehlen.

Durch Übelkeit und Erbrechen in Folge von Vergiftungserscheinungen besteht die Gefahr, dass sich der Konsument/die Konsumentin am Erbrochenen verschluckt – Erstickungsgefahr!

Der Trip ist sehr vom psychischen und körperlichen Zustand des Users (Set) sowie von den Rahmenbedingungen des Konsums (Setting) abhängig! Es kann zu Horrortrips und Panikattacken kommen. Deshalb nie konsumieren, wenn Du schlecht drauf bist oder Angst davor hast.

Der Trip setzt erst nach etwa 60 - 90 min ein. Auch wenn nach zwei Stunden noch nichts passiert – nicht gleich nachlegen. Abwarten.

Meskalin sollte nicht auf vollen Magen eingenommen werden, da die Gefahr von Übelkeit dadurch erhöht wird.

Solltest du Kreislaufbeschwerden bekommen, kann Traubenzucker helfen.

Trinke während des Trips genug Wasser.

Auf Grund des gestörten Orientierungssinns solltest Du Tätigkeiten vermeiden, bei denen Du Dich und Andere in Gefahr bringen kannst: Baden gehen/schwimmen, Fahrrad oder Auto fahren, belebte Straßen überqueren, auf Dächer klettern etc.

Plane nach dem Trip genug Zeit zur Erholung ein (mindestens 1 Tag)!

Der Konsum von Meskalin sollte etwas Besonderes sein und nicht zur Gewohnheit werden. Es ist also wichtig und sinnvoll, Konsumpausen von mindestens 4-6 Wochen (besser viel länger) einzulegen, um Deinem Geist und Deinem Körper die Möglichkeit zu geben, den Trip zu verarbeiten.

Da die gleiche Dosis bei geringerem Körpergewicht oder kleinerer Statur meist eine stärkere Wirkung hervorruft, steigen möglicherweise auch die Risiken. Pass die Dosis also Deinem Körpergewicht an!

Verhütung / Schwangerschaft /  Stillzeit

Der Konsum von Meskalin kann Erbrechen hervorrufen. Passiert das bis zu 4 h nach Einnahme der Anti-Baby-Pille, kann u.U. zu wenig Wirkstoff der Pille in den Blutkreislauf gelangen, so dass eine Schwangerschaft möglich ist. DESHALB: mit Kondomen oder anderen nicht-hormonellen Verhütungsmitteln vor einer ungewollten Schwangerschaft schützen!

Meskalin gelangt (wie auch alle anderen Substanzen) in Plazenta und Muttermilch. Schädigungen des Ungeborenen und Babys können auftreten. Deshalb während Schwangerschaft und Stillzeit unbedingt auf Meskalin verzichten!

Erfahrungsberichte

Hier findest Du Erfahrungsberichte von Meskalin Konsument_innen.

Quellen:

http://www.eve-rave.ch
http://www.drugscouts.de
http://www.land-der-traeume.de/
http://www.ololiuqui.org
http://www.giftpflanzen.com
http://www.alraune.org/begriffe/meskalin

Thomas Geschwinde: Rauschdrogen. Marktformen und Wirkungsweisen.
Andreas Kelich: Enzyklopädie der Drogen.
Adam Gottlieb: Peyote und andere psychoaktive Substanzen.
Christian Rätsch: Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen.

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Haftungsausschluss: 

Diese Informationen sind keine Anleitung oder Motivierung zum Drogenkonsum. Meskalin als reine oder angereicherte Substanz ist illegal und laut Anlage I des Betäubungsmittelgesetzes (BtMG) nicht verschreibungs- und verkehrsfähig. Besitz, Erwerb und Handel sind somit strafbar! Der unbefugte Umgang mit getrockneten und zubereiteten Pflanzenteilen ist ebenfalls verboten (Tatbestand der Herstellung eines BtM oder von Zwischenprodukten).
Der Besitz der lebenden Kakteen hingegen ist nicht verboten, sofern er nicht zur Verwendung als Betäubungsmittel (BtM) gedacht ist. Dieser Text wurde nach bestem Wissen und Gewissen verfasst. Dennoch können Irrtümer nicht ausgeschlossen werden. Die Drug Scouts übernehmen keine Haftung für Schäden, die durch irgendeine Art der Nutzung der Informationen dieses Textes entstehen.