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Cannabis und Psychose

Cannabis und Psychose

hallo ich habe vor z.a 6 Jahren eine Psychose bekommen durch Alkohol Speed und Cannabis habe eine hälftige Angst und Panik Störung bekommen und dachte ich sterbe. Habe eine Therapie gemacht mit seroquel prolong und war wieder clean. Vor 2 Monaten habe ich mal wieder einen geraucht und dabei Alkohol getrunken, hatte einen Ausbruch von Panik bekommen nach dem Konsum diese Todesangst war wieder da, woran liegt das? Und seit Verträge ich auch keine Zigaretten, wach haltende Getränke wie z.b Kaffee, sogar icetee Verträge ich nicht mehr, anfangs war es ganz schlimm eine zu rauchen habe Panik bekommen, mittlerweile ist es etwas besser geworden aber Immernoch da. ich war beim Kardiologen und er meinte es ist alles okay. Woran liegt das, würde gerne mal wieder Cannabis rauchen, wie würde sich Cannabis mit seroquel prolong vertragen? 


Dr.-Frühling-Team:

Hallo.

Du möchtest von uns wissen, warum die Angststörung/Panik, also die Symptome Deiner Psychose, nach dem Kiffen wieder auftreten. Außerdem interessiert Dich, warum Du seitdem Zigaretten und Getränke mit Koffein nicht mehr gut verträgst. Denn ähnliche Panikzustände treten auf, wenn Du rauchst oder Energydrinks/Kaffee trinkst. Deine dritte Frage ist, wie sich erneutes Kiffen mit Seroquel Prolong vertragen würde.

Vor 6 Jahren trat bei Dir eine Psychose auf und wenn wir das richtig verstehen, bist Du seitdem in Behandlung mit Seroquel Prolong, einem Antipsychotikum/Neuroleptikum. Dieses Medikament sorgt für eine Dämpfung der psychotischen Symptome. Es verhindert, dass die Neurotransmitter (Nervenbotenstoffe), die für das Empfinden von Glück, Kraft, Wachheit usw. zuständig sind, in zu großen Mengen ausgeschüttet werden. Hierbei geht es besonders um Dopamin, Serotonin, Adrenalin & Noradrenalin. Damit sollen die Wahrnehmung und der Kreislauf beruhigt werden. Typische Nebenwirkungen sind Schläfrigkeit, Teilnahmslosigkeit, Antriebshemmung, Herzrasen und Kurzatmigkeit.
Cannabis hingegen verstärkt und verändert die Wahrnehmung. Dadurch erhöht sich das Risiko paranoider Zustände. Symptome dieser Panik sind häufig Herzrasen und Kurzatmigkeit. Die Nebenwirkungen von Cannabis und Seroquel können sich deshalb gegenseitig verstärken. Die gewollten Effekte wirken gegeneinander.

Deine erste und dritte Frage lassen sich wohl in einem Zug beantworten. Cannabiskonsum hat bei Dir die erste Psychose offenbar mit ausgelöst. Wenn Du wieder kiffst, kommen wahrscheinlich Erinnerungen an damals hoch. So können Panikzustände wieder entstehen, denn der Rausch und die Angst sind in Deiner Psyche miteinander verknüpft. Außerdem enthält Cannabis auch leicht halluzinogene Substanzen (Substanzen, die Halluzinationen vervorrufen können). Vor allem das enthaltene THC (Hauptwirkstoff von Cannabis) wirkt halluzinogen, d. h. es verändert die Wahrnehmung und verstärkt auch verborgene Empfindungen und Gedanken in Dir. Die Symptome der Psychose werden vom Seroquel nur gedämpft, sie sind nicht komplett weg. Wenn Du also wieder kiffst, können die bekannten Störungen wieder auftreten.

Der Wunsch, sich einmal anders zu fühlen, gut gelaunt oder einfach lustig drauf zu sein, ist sehr verständlich. Allerdings ist das Zusammenspiel der beiden Stoffe (Seroquel & THC) risikoreich und schwer abzuschätzen. Deine Vorerkrankung macht die Situation noch schwieriger. Wir raten Dir deshalb dringend von erneutem Kiffen ab. Es ist eher unwahrscheinlich, dass der Rausch bei Dir wieder positiv wird. Wenn Du trotzdem unbedingt kiffen willst, achte darauf, dass Du dabei und danach nicht allein bist. Die Personen in Deiner Nähe sollten von Deiner Vorerkrankung wissen und Dich beruhigen oder Hilfe holen können, falls es nötig ist. Außerdem solltest Du vor dem Konsum schon eine sehr gute Grundstimmung haben und Dich sicher fühlen, sonst geht das Ganze sehr wahrscheinlich nach hinten los.

Die Frage nach dem Problem mit Zigaretten und Koffein ist etwas schwieriger. Zuerst zum Rauchen: Vermutlich hast Du Cannabis gemischt mit Tabak geraucht. Daher ist möglicherweise die Wirkung vom Nikotin (psychoaktiver Stoff im Tabak) in Deiner Psyche mit der Wirkung vom THC verbunden. Außerdem kann das Rauchen an sich, welcher Stoff auch immer, eine Erinnerung an Deine Zustände während der Psychose hervorrufen. Dazu kommt, dass das Rauchen von Tabak einen Druck auf der Lunge erzeugt. Schon körperlich kann dies zu Herzrasen führen. Er kann auch die Angst vor der Angst verstärken. Dann entsteht häufig das Gefühl, die Brust würde zusammengeschnürt werden. Dein Empfinden beim Rauchen ist also gut nachvollziehbar.

Nun zum Koffein: Es regt den Kreislauf an, erhöht den Herzschlag und kann die Konzentration verbessern. Damit wirkt es dem Seroquel entgegen. Je mehr Kaffee/Energydrinks Du trinkst, desto größer sind Nebenwirkungen wie Herzrasen und Nervosität. Auch die Wirkung von Koffein hängt immer von der Situation ab, in der Du gerade steckst. Sie ist anders, je nachdem wie Du Dich fühlst und was um Dich herum passiert. Durch Deine Vorerkrankung können Nervosität oder Unruhe schneller zu Panik und Angstzuständen führen, zum Beispiel dann, wenn gerade viel los ist oder wenn zu viele Reize (Lärm, Bilder, Hektik) auf dich wirken. Vor Allem wenn Du Dich nicht sicher fühlst verstärkt Koffein die Unruhe. Bestimmt ist es eine gute Idee, mit dem Arzt_der Ärztin, der_die Dir Seroquel verschreibt, über die Neben- und Wechselwirkungen zu sprechen. Der Arzt_die Ärztin kann Dir sicher noch genauer erklären, was in Dir vorgeht. Es ist wichtig, die Symptome die Du beschreibst ernst zu nehmen. Zunächst wäre es sinnvoll, Kaffee und Zigaretten nur sehr vorsichtig zu genießen.

Vielen Menschen, die einmal unangenehme oder psychisch belastende Rauscherfahrungen mit einer Droge gemacht haben, geht es so, dass sie später ähnliche psychisch unangenehme Wirkungen verspüren, auch wenn sie ganz andere Drogen nehmen.

Wir empfehlen Dir, mit Deinem Arzt / Deiner Ärztin auch über den Wunsch zu kiffen zu sprechen. Ihm / Ihr dabei von Deinen Erfahrungen und Deinen Sorgen zu erzählen ist hilfreich. Er / Sie kennt sich vielleicht noch besser mit den Wechselwirkungen der Substanzen aus. Außerdem kennt er / sie Deine Geschichte viel besser als wir.

Dein Arzt / Deine Ärztin unterliegt der Schweigepflicht. Alles, was Du ihm/ ihr im Vertrauen erzählst, darf er / sie nicht weitergeben. Doch wenn Euer Verhältnis nicht gut ist, raten wir Dir, Dich an einen anderen Arzt / eine andere Ärztin zu wenden. Erzähl ihm / ihr von Deiner Geschichte und frag sie / ihn nach seiner / ihrer Meinung.

Alles Gute.
Dein Dr. Frühling-Team
 

Die Informationen in unserer Antwort sind keine Anleitung oder Motivierung zum Drogenkonsum! Aufgeführte Substanzen können dem BtMG [Betäubungsmittelgesetz] unterliegen. Besitz, Erwerb und Handel damit sind strafbar! Wenn die Stoffe frei verfügbar sind, heißt das nicht, dass ihr Gebrauch ungefährlich wäre. Dieser Text wurde nach bestem Wissen und Gewissen verfasst. Dennoch können Irrtümer nicht ausgeschlossen werden. Die Drug Scouts übernehmen keine Haftung für Schäden, die durch irgendeine Art der Nutzung der Informationen dieses Textes entstehen.

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