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Erhöhter Hyponatriämie (Wasser Vergiftung) Risiko während Amphetaminkonsum ?

Erhöhter Hyponatriämie (Wasser Vergiftung) Risiko während Amphetaminkonsum ?

Liebes Doktor Frühling-Team,
 
Es ist bekannt dafür, dass zu viel trinken bei unterdrücktem Harndrang während MDMA Konsum eine Hyponatriämie bewirken kann. Da ich mit MDMA bisher nur wenig Erfahrung gehabt habe (habe 2-3 mal Ecstasy und Kristalle  Konsumiert. Bin jedoch nicht überzeugt von der Substanz, da die höchste Stufe Des Rausches nur um die 2ST. gewirkt hat), habe  ich mich immer an die safer-use Regeln gehalten. Ich würde gerne wissen wie es beim Amphetamin/Pep ausieht ? Mit Amphetamin habe viel mehr erfahrung gehabt. Vor 6 Jahren habe ich das erste mal Speed gezogen (bin 24 j.a.), und Heutzutage jedes Wochenende entspricht 3 bis 4 mal im Monat). Trotzdem mache ich mir nie Gedanken darüber, wie viel Flüssigkeit ich während des Amphetaminrausch zu mir nehme (TRINKE GAR KEIN ART VON ALKOHOL). Ist während Speedkonsum das Risiko eine Hyponatriämie zu bewirken genau so hoch wie bei MDMA ? Wie viel Liter sollte man pro Stunde am besten trinken während Speedkonsum ?
 

Dr. Frühling:

 
Hi,

Du möchtest wissen, ob beim Konsum von Amphetaminen das Risiko eine Hyponatriämie zu erleiden, ähnlich groß ist wie beim Konsum von MDMA. Außerdem möchtest Du eine Empfehlung bezüglich Deines Trinkverhaltens während des Konsums.

Zunächst einmal sind uns auch nach gründlicher Recherche keine Fälle bekannt, in denen Speedkonsument*innen eine Hyponatriämie erlitten haben. Aber wir wissen natürlich auch nicht alles und versuchen Dir nach bestem Wissen und Gewissen zu antworten.

Bei MDMA-Konsum besteht das Risiko dafür aus mehrerlei Gründen (Ecstasy-induzierte Hyponatriämie). Zum einen kann (auch niedrig dosierter) MDMA-Konsum dazu führen, dass die Körpertemperatur steigt. Langes, ausgiebiges Tanzen in heißen Clubs kann dies noch befördern und so lebensgefährlich werden. Trinken wird daher dringend empfohlen. Nun führt aber so eine Empfehlung bei manchen dazu, dass sie Leitungswasser trinken wie die Weltmeister (weil umsonst).
Das kann dann dazu führen, dass exzessive Wasserzufuhr, starkes Schwitzen und im schlimmsten Falle noch ein blockierter Harnweg den Körper überwässern und so der Natriumgehalt im Verhältnis zum Wasserhaushalt sinkt. "Bei einer Hyponatriämie enthält das zirkulierende Blut deutlich weniger Natriumionen als die Körperzellen. Folge: Wasser strömt aus den Blutgefäßen in die Zellen. Besonders gefährlich ist das im Gehirn, wo es aufgrund mangelnder Ausweichmöglichkeit der geschwollenen Zellen zur Entstehung eines Ödems kommen kann." (https://deutsch.medscape.com/artikel/4902138)
Dies liegt nicht unbedingt nur am MDMA, denn bei Leistungssportler*innen kann es ebenfalls passieren, dass sie über Stunden schwitzen, zwar viel Wasser trinken aber keine isotonischen Getränke zu sich nehmen und somit ihren Natriumspiegel gefährlich senken.

Es scheint bezüglich des Auftretens einer Hyponatriämie nach MDMA-Konsum Unterschiede zwischen Frauen und Männern zu geben. So hat MDMA "zumindest bei Frauen, das Potential zur direkten Beeinflussung des Wasserhaushaltes über das Syndrom der inadäquaten Ausschüttung von antidiuretischem Hormon (SIADH)" und "Frauen sind vulnerabler als Männer, da sie schon vor dem MDMA-Konsum eher niedrige Natrium-Serumspiegel haben. Sie werden während eines Konsums eher leicht hyponatriämisch, entwickeln eher eine symptomatische hyponatriämische Enzephalopathie und sterben als Resultat davon eher. Todesfälle kommen fast ausschließlich bei Frauen unter 21 vor, obwohl auch Männer an einer Hyponatriämie leiden, weshalb die Möglichkeit männlicher Fälle nicht ignoriert werden sollte." (https://www.suprat.de/assets/ecstasy-server.pdf, S.305f.).

Symptome für einen sinkenden Natriumspiegel können Schwäche, Schwindel, Kopfschmerzen, Erbrechen, Stummheit, Stürze, Verwirrtheit und Krampfanfälle sein.

Wir wissen nicht, wie viel Du bisher immer getrunken hast und ob Du irgendwelche der oben genannten Beschwerden bei Dir feststellen konntest. Es ist wahrscheinlich nicht verkehrt, sich an der Faustregel fürs Trinken bei MDMA-Konsum zu orientieren: 0,5 Liter pro Stunde.
Um einer Hyponatriämie vorzubeugen, sollte man außerdem darauf achten, was man trinkt. Isotonische Getränke wie Apfelschorle, Mineralwasser mit hohem Natriumgehalt oder auch manche alkoholfreie Biere sind da zu empfehlen (wobei alkoholfreie Biere zum Teil nur wenig Natrium enthalten sollen (https://www.apotheken-umschau.de/Sport?contentNotFound=true ). Zur Not geht auch Wasser mit einer Prise Salz. Isotonische Getränke sind Getränke, "bei dem das Verhältnis von Nährstoffen zu Flüssigkeit dem des menschlichen Blutes entspricht" (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Isotonisches_Getränk). Sie können so schnell ins Blut aufgenommen werden.

Wir wissen nicht, wie sich der von Dir erwähnte Speedkonsum an jedem Wochenende generell auf den Natriumgehalt Deines Blutes auswirkt. Du kannst ja Deine Blutwerte mal checken lassen.
Und falls Du überlegst, ob Du mit Deinem Konsum zufrieden bist, kannst Du ja hier mal reinschauen: /de/page/reflexion-des-drogengebrauchs.
 

Alles Gute
Dein Dr.-Frühling-Team

Die Informationen in unserer Antwort sind keine Anleitung oder Motivierung zum Drogenkonsum! Aufgeführte Substanzen können dem BtMG [Betäubungsmittelgesetz] unterliegen. Besitz, Erwerb und Handel damit sind strafbar! Wenn die Stoffe frei verfügbar sind, heißt das nicht, dass ihr Gebrauch ungefährlich wäre.
Dieser Text wurde nach bestem Wissen und Gewissen verfasst. Dennoch können Irrtümer nicht ausgeschlossen werden. Die Drug Scouts übernehmen keine Haftung für Schäden, die durch irgendeine Art der Nutzung der Informationen dieses Textes entstehen.

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