Fragen zu Ketamin
Fragen zu Ketamin
liebe drugscouts,
da ich in den foren und anderswo keine befriedigenden informationen finden konnte, hab ich ein paar fragen an euch zu keta.
ich hab vor paar wochen zum ersten mal keta probiert, ohne irgendwas dazu. das waren zwei kleine lines mit 2 stunden dazwischen. ich fand das sehr angenehm und lustig. die beiden nächte danach hatte ich allerdings bizarre alpträume, die sich für mich anfühlten als hätten sie mit dem keta zu tun, also irgendwie von einer art, die ich vorher nicht kannte. ich würde aber diesen rausch trotzdem gern ein paarmal im jahr erleben. an stärkeren dosierungen richtung k-hole hab ich kein interesse.
meine fragen: sind diese albträume typisch auch nach geringen mengen keta? lassen sie sich vermeiden oder vermindern? ist der konsum von 2 kleinen lines (<50 mg) 5 oder 6 mal im jahr bereits psychisch, geistig oder körperlich schädigend? wie verträgt sich keta mit meinem übrigen konsum? ich nehme 2-5 mal im monat ca. 0,3 g haschisch als kakao sowie etwa alle 2 monate ne safer use menge mdma. außerdem täglich 2 tassen kaffee oder vergleichbares. sonst nichts, kein alkohol, kein tabak, keine medikamente. verträgt sich ne kleine menge keta mit meinem haschkakao und oder ner moderaten menge mdma? wird die dissoziative wirkung oder auch die sedierende komponente von keta durch die anderen beiden substanzen verstärkt? ich werde einerseits von hasch nur schwach sediert und andererseits von mdma auch nur leicht aufgeputscht.
ich freu mich über ne antwort und hoffe ihr könnt mir weiterhelfen. außerdem vielen dank für eure super arbeit!
Dr. Frühling:
Hallo,
zunächst einmal vielen Dank für Dein Lob und Dein Interesse an unserer Arbeit. Des Weiteren ist es schön zu sehen, dass Du Dir so viele Gedanken um Deinen Konsum machst und Dich mit Deinen Fragen an uns wendest. Wir möchten sie Dir gerne – so gut es geht – beantworten.
Um Deine Anfrage übersichtlicher zu machen, teilen wir sie in verschiedene Teilfragen auf:
1. Zu Deiner Frage, ob Deine Albträume etwas mit Deinem Ketamin-Konsum zu tun haben könnten und ob Du etwas tun kannst, damit sie nicht auftreten.
Ketamin ist ein starkes Dissoziativum. Es kann Dich also in einen Zustand versetzen, den andere Menschen nur in Albträumen oder als Auswirkung von Psychosen "erreichen". Hier findest Du weitere Infos /de/lexikon/dissoziativa
Albträume nach dem Konsum von Ketamin werden häufiger als Neben- bzw. Nachwirkung beschrieben.
Bezüglich Deiner Traumerfahrung fällt es uns schwer, etwas dazu zu schreiben, ohne Dich als Person und damit auch Dein Traumverhalten zu kennen. Klar ist allerdings, dass Ketamin in seiner Wirkung Angstgefühle und paranoide Gedanken entstehen lassen kann. Eine Möglichkeit ist, dass Du während des Konsums ein latentes, also unterbewusstes, Angstgefühl aufgebaut hast und sich dieses Angstgefühl dann auf Deine Träume auswirkt..Durch die Unterschwelligkeit dieses Angstgefühls hast Du Dich evtl. nicht während des Rausches damit auseinandersetzen müssen und es wurde zunächst verdrängt, um erst später (bspw. im Traum) aufgearbeitet zu werden.
Hierbei handelt es sich aber höchstens um eine wenig fundierte Ferndiagnose, die eher als Anreiz zum Nachdenken und nicht als Erklärung zu verstehen ist. Denn Albträume können vielfältige psychische und körperliche Ursachen haben, die trotz Ketaminkonsum auch ganz andere sein können als man vermutet oder mehrere im Zusammenspiel.
2. Können geringe Mengen Ketamin langfristig schädlich sein?
Im Dokument "Handlungsempfehlungen zum klinischen Umgang mit akuten und chronischen Schäden durch Partydrogen und NPS" des Novel Psychoactive Treatment UK Network (NEPTUNE) findest Du ab "4.13.3 Andere Schäden eines chronischen Ketaminkonsums" viele Informationen zum Stand der aktuellen Forschung (siehe https://www.suprat.de/assets/ketamin-server.pdf). Zusammengefasst lässt sich sagen, dass es bei häufigem und dauerhaftem Gebrauch von Ketamin zahlreiche langfristige Schädigungen geben kann. Zu Auswirkungen des Konsums von geringen Mengen gibt es jedoch kaum aussagekräftige Informationen. Hat man weder körperliche noch psychische Vorerkrankungen, halten wir die Wahrscheinlichkeit, dass bleibende Schäden entstehen, für relativ gering. Ketamin wird ja auch in der Notfallmedizin angewendet, was eher nicht der Fall wäre, wenn bei geringen Konsummengen mit schwerwiegenden bleibenden Schäden zu rechnen ist.
3. Wie verträgt sich Dein Ketaminkonsum mit dem anderer Substanzen?
Um Dir diese Frage genau zu beantworten, müssten wir besser über Deinen Konsum informiert sein. Wichtig ist dabei, ob Du die verschieden Substanzen zur gleichen Zeit konsumierst oder welcher Zeitraum zwischen dem jeweiligen Konsum liegt.
Liegen zwischen dem Ketamin-Konsum und dem MDMA-Konsum beispielsweise mehrere Wochen, brauchst Du Dir keine Gedanken über Wechselwirkungen zu machen, da Ketamin nur einige Stunden wirkt und nach 1-4 Tagen komplett abgebaut und über den Urin ausgeschieden ist.
Die Kombination von MDMA und Ketamin (in der konkreten Mischung beider Substanzen auch "MK Ultra genannt") ist relativ weit verbreitet und auch recht beliebt, aber nicht unproblematisch.Weiterführende wissenschaftliche Studien zum Mischkonsum beider Substanzen sind uns bisher nicht bekannt. Daher bleiben als Informationsquellen nur Erfahrungsberichte anderer User_innen, z.B. in Drogenforen wie dem "Land der Träume". Auf jeden Fall ist ein richtiges Ausbalancieren zwischen dem aufputschenden MDMA und dem downenden Ketamin sehr schwierig und kann auch schnell nach hinten losgehen. Es kann z.B. dazu kommen, dass die körperliche Bewegungseinschränkung, die durch Ketamin ausgelöst werden kann, nicht mehr wahrgenommen wird. Das kann wiederum dazu führen, dass Du Deine eigene Leistungsfähigkeit überschätzt. Viele User_innen berichten auch davon, dass sich in höheren Dosierungen die gegensätzlichen Wirkprofile der beiden Substanzen verstärken (d.h. die sinnliche Wahrnehmung wird durch Keta gedämpft, durch MDMA aber erhöht). Das wird meist als äußerst unangenehme Erfahrung beschrieben.
Zu Wechselwirkungen mit Cannabis können wir nicht wirklich Aussagen treffen. Du kannst aber davon ausgehen, dass der Konsum beider Substanzen sich (stark) auf Deinen psychischen Zustand und Deine Wahrnehmung auswirken kann - im positiven wie im negativen Sinne. Du schreibst, dass Du von Deinem Haschischkakao nur schwach sediert bist. Wie stark sich die sedierende Ketaminwirkung zusätzlich auf Deinen körperlichen Zustand auswirken kann, wissen wir nicht. Wir haben jedoch Erfahrungsberichte von User_innen gelesen, die diese Kombination in geringen Mengen als positives Erlebnis beschreiben, andere jedoch nicht. Und je höher die Dosierung beider Substanzen ausfällt, desto stärker dürfte die psychedelische Wirkung werden und desto stärker dürften die körperlichen Nebenwirkungen sein, die durch die Mischung zweier betäubender Substanzen entstehen können.
Insgesamt lässt sich beim Mono- wie beim Mischkonsum immer wieder betonen, dass die erzielte (Wechsel)Wirkung nicht nur mit den konsumierten Substanzen, sondern auch viel mit der Erwartungshaltung, der Erfahrung und den Vorlieben der/des Konsumierenden zusammenhängen. Dem Einen gefällt halt ein Gefühl im höher dosierten Mischkonsum von Cannabis und Ketamin oder das K-Hole im vollen MDMA-Rausch, andere empfinden ab einer gewissen Schwelle den damit einhergehenden Kontrollverlust als sehr unangenehm und die Rauscherfahrung dann insgesamt als sehr schlecht. Das ist halt auch Geschmackssache.
Viele Grüße
Dein Dr. Frühling-Team
Die Informationen in unserer Antwort sind keine Anleitung oder Motivierung zum Drogenkonsum! Aufgeführte Substanzen können dem BtMG [Betäubungsmittelgesetz] unterliegen. Unbefugter Besitz, Erwerb und Handel sind strafbar! Wenn die Stoffe frei verfügbar sind, heißt das nicht, dass ihr Gebrauch ungefährlich wäre. Dieser Text wurde nach bestem Wissen und Gewissen verfasst. Dennoch können Irrtümer nicht ausgeschlossen werden. Die Drug Scouts übernehmen keine Haftung für Schäden, die durch irgendeine Art der Nutzung der Informationen dieses Textes entstehen.