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Kann man aus MDMA eine Hautcreme herstellen?

Kann man aus MDMA eine Hautcreme herstellen?

Kann man aus MDMA auch eine Hautcreme herstellen?

Also statt oraler/nasaler/rektaler Einnahme.

Was wäre dabei zu beachten?

 

Dr.-Frühling-Team:
 

Hallo,

Du möchtest von uns wissen, ob es möglich ist, eine Hautcreme herzustellen, die den Wirkstoff MDMA enthält und diesen über die Haut in den Blutkreislauf bringen kann.

Zunächst ist es interessant zu wissen, wie MDMA denn überhaupt vom Körper verarbeitet wird, um die Wirkung zu entfalten:
MDMA wird beim oralen Konsum über den Dünndarm aufgenommen und gelangt über die Darmschleimhaut in den Blutkreislauf. Ein großer Teil davon wird gleich in der Leber abgebaut und über die Nieren als Säure im Urin ausgeschieden. Nur der Rest wird über das Blut im Körper verteilt und kann dann seine Wirkung im Nervensystem entfalten. MDMA wird im Körper meist zu MDA abgebaut, was dann die Ausschüttung der Nervenbotenstoffe Serotonin, Noradrenalin und in geringem Maße Dopamin bewirkt. Nach enzymatischem Abbau in der Leber werden die "Ecstasy"-Wirkstoffe als Säure im Urin ausgeschieden.

Die orale Einnahme von Medikamenten kann spezielle Nebenwirkungen verursachen, vor allem im Magen. In den letzten Jahren gibt es in der Pharmaindustrie daher verstärkt das Bemühen, die orale Aufnahme der Medikamente durch eine kutane (= über die Haut) Verabreichung zu ersetzen, so dass die notwendigen Wirkstoffe statt durch den Verdauungstrakt durch die Haut aufgenommen werden – in Form von Cremes oder Gels. Deine Frage zielt ungefähr auf dasselbe Vorhaben ab, nämlich die "Zwischenlagerung" im Verdauungstrakt zu umgehen.

Das Vorhaben ist allerdings nicht ganz einfach. Denn die Haut ist das größte Schutzschild des Menschen, da sie eigentlich die Aufgabe hat, den Körper gegen physikalische und chemische Einflüsse aus der Außenwelt abzuschirmen. Um diese perfekt organisierte Hülle zu durchdringen, bedarf es einiger Raffinesse. Die zentrale Frage dabei lautet, wie Cremes und Gels beschaffen sein müssen, damit eine möglichst hohe Konzentration eines Arzneistoffes durch die Haut aufgenommen und dann im Körper verteilt werden kann. Das Element, das bestimmt, wie schnell etwas durch die Haut aufgenommen wird und wie viel davon, ist die oberste Hautschicht, die Hornhaut. Solche Präparate wurden zwar in den letzten Jahren von Pharmakologen entwickelt, sie sind aber in ihrer Wirksamkeit nicht optimal. Außerdem bestehen noch keine Erkenntnisse darüber, auf welche Weise genau diese Präparate in die Haut eindringen. Die Pharmakologie ist also noch weit davon entfernt, serienmäßig Wirkstoffgels anstelle von Tabletten zu produzieren.

Somit sollte es perspektivisch möglich sein, eine MDMA-Creme herzustellen. Vielleicht wäre es sogar für die Zukunft eine sinnvolle Überlegung, da die Aufnahme von MDMA den Magen – ähnlich wie bei vielen Medikamenten – stark reizt. Die Motivation eine solche Creme herzustellen wäre also dieselbe wie der Umstieg von oraler Medikamenteneinnahme auf kutane Verabreichung. Wir halten es jedoch für sehr unwahrscheinlich, dass die Pharmaindustrie an derartigem forscht, bzw. dass so etwas (bald) auf dem Markt kommen wird, jedenfalls nicht so lange MDMA und MDA illegalisiert sind.
Das könnte dann allerdings auch nur gelingen, wenn MDMA die Haut durchdringt und nicht von der Haut „geschluckt“ wird, also für MDMA (oder MDA) ein Trägerstoff gefunden wird, der es in die Haut schleusen kann. Wenn das nicht gewährleistet werden kann, wird vermutlich keine oder kaum eine Wirkung spürbar sein, wenn man MDMA/MDA auf die Haut aufbringt. Eine Versetzung von Haut-Creme mit MDMA bringt also bisher nichts, da Hautcremes keine Trägerstoffe besitzen, die eine Wirksamkeit ermöglichen würden. Wir vermuten weiterhin, dass selbst wenn ein solcher Trägerstoff erfunden wird, die Rauscherfahrung eine andere sein wird, als beim Schlucken oder Ziehen von MDMA. Sie würde vermutlich schwächer ausfallen und viel langsamer "anfluten".

Nach längerem Hautkontakt mit Amphetamin berichten User*innen allerdings von sehr leichten Speedwirkungen bzw. -nebenwirkungen (schwitzige Hände u.ä.), ähnliches könnte bei MDMA der Fall sein. Also ist unter Umständen schon ohne Verarbeitung in einer Creme eine Wirkung möglich, jedoch in der Intensität schwer abschätzbar und vermutlich abweichend vom erwarteten Charakter.

Liebe Grüße
Dein Dr.-Frühling-Team



Die Informationen in unserer Antwort sind keine Anleitung oder Motivierung zum Drogenkonsum! Aufgeführte Substanzen können dem BtMG [Betäubungsmittelgesetz] unterliegen. Besitz, Erwerb und Handel damit sind strafbar! Wenn die Stoffe frei verfügbar sind, heißt das nicht, dass ihr Gebrauch ungefährlich wäre. Dieser Text wurde nach bestem Wissen und Gewissen verfasst. Dennoch können Irrtümer nicht ausgeschlossen werden. Die Drug Scouts übernehmen keine Haftung für Schäden, die durch irgendeine Art der Nutzung der Informationen dieses Textes entstehen.

 

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