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an 62jährige (und allgemein)

Hallo liebe 62-Jährige, ich weiß zwar nicht, was dir diese Informationen bringen sollen, aber ich schreibe das einfach mal, um mal über meine derzeitige Situation zu berichten, da ich derzeit mit sonst keinem reden kann, vielleicht interessiert es dich ja (immer noch), oder sonstwen. Jetzt hab ich jedenfalls die Bescherung, ich bin körperlich drauf. DXM ist mir ausgegangen und ich mache mit Trama weiter, das jetzt wenigstens keine Nebenwirkungen hat (früher beim Runterkommen Herzschmerzen, schreckliche Übelkeit, Kotzen, Harnverhalten, Verstopfung...), allerdings nehme ich auch keine Dosis, mit der ich mich heftig zuknallen könnte (und die eben dermaßen zu viel ist, dass man hinterher sowas hat), weil ich es mittlerweile auch schon satt hab, dauernd dicht zu sein, sondern einfach was gegen den Affen. Den habe ich auch beinahe lieber ein bisschen ertragen, als mir eine weitere Dosis anzutun, denn so geil die Wirkung ist, so abartig ist der Geschmack, brechreizerregend, widerlich... einfach nur ihh, wie konnte ich mich früher eigentlich über den Geschmack von Penicillin beschweren??... ich musste mich jedenfalls fast übergeben, vor allem, da mir wegen der Entzugserscheinungen eh schon übel war, und ich hatte Angst, dass ich es sofort wieder erbreche und somit eine Dosis verschwende. Ob man es spritzen kann, weiß ich nicht - wenn hier jemand was zu sagen kann, bitte - ich habe noch eine Spritze, doch ich versuche das, bevor ich es nicht genauer weiß lieber nicht. Seltsamerweise will ich, apropos Spritze, überhaupt nicht meine Pillen und schon gar kein Trama, sondern unbedingt H, ich habe so eine Gier danach, wenn ich ausgenüchtert bin (ja sogar noch auf Trama), das ist nicht zu glauben. Habe ich noch nie erlebt, nicht auf und nach den Pillen, als ich das erste Mal Entzugserscheinungen hatte vor einem Jahr und nichtmal, als ich vor ein paar Wochen, nachdem mir der Stoff ausging, das Drücken vorläufig wieder einstellte - ich hatte gar kein Verlangen nach Heroin, jetzt macht mich dieses Craving irre, es ist wie eine Stimme in meinem Kopf (nur um das Gefühl zu verbildlichen, ich höre keine Stimmen in dem Sinne), die wirklich SEHR nachdrücklich einen Schuss fordert, danach bettelt, schreit... Ich werde mir die Tage wohl wieder welches besorgen. Mir bleibt gar nichts anderes übrig: Das Trama geht zur Neige, auf die Pillen habe ich eigentlich überhaupt keine Lust, der Affe wird auch nicht besser und falls nicht irgendein Arzt (sicher keiner von denen, die ich kenne) mal kurz so nett ist, einer Drogenabhängigen ohne vorhandene Indikation Codein - Schmerzmittel gehen nun wirklich nicht - zu verschreiben, stehe ich ziemlich übel da, war kürzlich bei diesen Aussichten gar so verzweifelt, dass ich 50? klauen wollte, entschied mich aber doch lieber dagegen. Könnte mir höchstens noch etwas Trama klar machen, aber wie ich dieses Zeug schon hasse... So sieht es also aus. Ich habe dann noch ein paar Arzttermine und werde hoffentlich bald entgiften, weil ich von diesem Unfug langsam die Schnauze voll habe. Es muss echt nicht sein, dass ich bald auch noch an der Nadel hänge, was allerdings unvermeidlich wird, wenn das noch dauert, zum Trama hab ich nämlich auch keinen uneingeschränkten Zugang. Zu Hause einen halbfreiwilligen kalten Entzug zu veranstalten brenne ich auch nicht drauf. Ist eine blöde Situation. Naja und eine Klinik, wo ich nach der Entgiftung hinsoll, suche ich derzeit ebenfalls noch, wichtig ist mir vor allem, dass da eine qualifizierte Behandlung meiner psychischen Probleme stattfindet, weil ich mit den Drogen eigentlich problemlos aufhören und - man lese und staune, glaube es wahrscheinlich nicht - dabei bleiben kann, solange es mir gutgeht, was sich leider nur allzu rasch ändert; DAS ist, wie so oft gesagt, das Hauptproblem und die Ursache, warum mein Drogenkonsum problematisch (geworden) ist und muss endlich ohne Unterbrechungen (die wirklich, wirklich, wirklich, so gern ich anderen immer mal die Schuld in die Schuhe schiebe, nicht durch mich verschuldet waren) angegangen werden. Ich hoffe echt, das klappt und meine Motivation kippt nicht mal eben, wie das für mich so typisch ist. Drück(t) mir die Daumen - und ich versuche nicht zu drücken. Grüße, V. P.S.: Verdammt, erst ein paar Stunden her, ich zittere schon wieder, mir ist heiß, vorher war mir kalt, davor heiß, gleich wird mir glaube ich wieder kalt, ich bin verschwitzt und es zieht schon wieder in der Magengegend. Vielleicht denkt meine Mutter so wenigstens, dass ich heute nichts hatte, ist aber aus anderen Gründen zweifelhaft... sie hat das Gelaber endlich aufgegeben, u.A. nach meinen inständigen Bitten. Langsam beginne ich ganz und gar empirisch zu merken, dass Opiate auch scheiße sein können (na, ich wusste, worauf ich mich einlasse)... und bis morgen muss ich durchhalten, mindestens, sonst reicht der Stoff nicht übers WE. Ich hasse diesen Satz und niemand wird von mir hören "Fangt nicht erst an" - es hört keine Sau drauf, hab ich bei aller Intelligenz auch nicht gemacht... aber das hier geht an die Neulinge, insbesondere die 13-,14-,15-jährigen Christiane-F.-LeserInnen (ich hasse diese pseudopolitischkorrekte Feministinnenanbiederung, muss ich an dieser Stelle loswerden, aber hier liegt die Betonung auf den Damen) und vor allem die, die noch mit dem Gedanken spielen: Wenn ihr schon anfangt, macht es nicht jeden Tag, das müsste man doch noch hinkriegen?? Bitte. Sowas wie sich selbst mit einem Häufigkeitslimit einen Riegel vorschieben funktioniert nicht, ich hab schon beim 5. Druck drauf gepfiffen. Am besten nicht fixen, ist klar, aber einige KandidatInnen machen es doch eh. >> Lest euch das da oben noch einmal gut durch, und das ist noch nichtmal richtig Heroin, denn dann geht der Spaß erst richtig los, Kriminalität ist automatisch dabei, es ist, erinnere ich mal, illegal, dann klauen, rauben, einbrechen und anschaffen für den nächsten Druck (ich werd wohl nicht die Zeit haben, soweit abzurutschen, ein Glück) und ja... Beschaffungskriminalität ist KEIN Symptom der Suchterkrankung, von der ich persönlich es für fraglich halte, ob sie eine ist... und nicht zu vergessen, zwischen all dem Gerenne, selbst wenn man es auf anderen Opiaten, so wie ich, noch nicht so übel hat, verändert man sich, wird aggressiv, oberflächlich, fängt Leute nach ihrem Potenzial, einem zu Drogen zu verhelfen einzuschätzen, wird verlogen und link (das ist bei mir bereits im Gange, ich merke es selber, wo ich drauf angesprochen worden bin) und last but not least: AFFIG ZU SEIN IST ÜBERHAUPT NICHT COOL. Genießt also euren Rausch, wenn ihr tut, was ihr nicht lassen könnt, vergesst nur nicht, was passiert, wenn ihr es damit übertreibt.

Substanzen

  • Heroin

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