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Das dümmste, was ich je getan habe.

Hallo zusammen,

in diesem Beitrag möchte ich euch von meinem ersten und auf jeden Fall letztem mal auf Koks erzählen. Stattgefunden hat das ganze vor gut über einem Jahr. Ich hoffe, anderen damit einen realitätsnahen Eindruck vermitteln zu können. 
 

Vorweg zu mir: Als all das folgende passiert ist, war ich 21 Jahre alt. Ich bin gelernter Krankenpfleger und im Rettungsdienst tätig, habe also durchaus einen Hintergrund zu der Thematik. Inzwischen habe ich einen Job in der Verwaltung. Ich würde mich als durch und durch zufriedenen Menschen bezeichnen, nahezu frei von jeden Problemen. Meine Drogenerfahrung beziehen sich hauptsächlich auf Alkohol und Gras. Letzteres im etwa zwei mal jährlich, sollte also nicht ins Gewicht fallen. 
Die nachfolgende Erfahrung bezieht sich auf drei aufeinander folgende Tage!
 

Nun jedoch, was passiert ist. Mein erstes mal Kokain. Wobei das eigentlich gar nicht stimmt. Mit 18, an meinem Geburtstag, habe ich im Alkoholrausch schon einmal eine kleine Line gezogen. Die war allerdings so unspektakulär und ohne Wirkung (wahrschl. einfach nur schlechter Stoff), dass ich darauf nicht weiter eingehen werde. 
 

Ich habe mich, aus reiner Neugierde und erst noch ohne Wunsch es auszuprobieren mal wieder mit dem Thema befasst. Je mehr ich mich damit befasst habe, umso mehr wollte ich meine eigene, richtige Erfahrung machen. Ich wollte mir wohl selbst beweisen, dass ich stark genug bin, all die Erfahrungsberichte auszuhebeln. Gesagt, getan. Kurz danach habe ich mir zwei Gramm für 220 Euro besorgt. Gott, wer soll sich das denn auf Dauer leisten können?!

Das Umfeld meines ersten Rausches war das schlechteste was man sich vorstellen kann.
Alleine - Zuhause - Nachts. 
Das einzig vernünftige an diesem Abend war, dass ich einen Kumpel als telefonischen Trip-Sitter angeheuert habe, sich jeder Stunde telefonisch zu erkundigen. Er hatte sogar angeboten vorbei zu kommen, was ich aber nicht wollte. 
 

So kam es also, dass ich mir eine Line gelegt habe und diese weg gesnifft habe. Wow, bestimmt 20 Euro im nichts verschwunden. Der Vorgang selbst war jetzt nicht sehr angenehm, aber durchaus erträglich. Schlimmer war ein widerlich bitterer, fast schon metallener Geschmack der sich an meinem Gaumen entlang machte. Ich musste echt viel trinken, um den wieder loszuwerden. Im Anschluss war meine Nase etwas kribbelig und ist gelaufen (wobei sie das fast immer tut). 
 

Dann habe ich mich wieder auf meine Couch gefetzt um weiter zu Netflixen und auf eine Wirkung zu warten. Ich rechnete mit etwas wahnsinnig extremen binnen 2, maximal 5 Minuten. Ich wurde immer ungeduldiger, als die Zeit vorbei war, war schon kurz davor dem Dealer irgendwelche Beleidigungen an den Kopf zu werfen (was bestimmt viel gebracht hätte!). Doch dann ging es nach ca. 15 Minuten los, die Wirkung hat eingesetzt:

Meine Atmung hat sich spontan ganz stark verändert. Während ich sonst eher flach aber häufig atme, habe ich da sehr stark und eher weniger geatmet - Aber natürlich noch vollkommen ausreichend. 
An meinem Nacken spürte ich, wie irgendetwas in Richtung meines Gehirns floss - Wahrscheinlich der Flow des Stoffs. Meine Stimmung wurde sofort wahnsinnig gut, ich war hellwach. Meine Gedanken wurden schneller und leichtfertiger. 
Meine Arme und Beine hatten einen Drang sich zu bewegen. Ich bewegte meinen ganzen Körper irgendwie, ohne das wirklich bewusst zu tun. 
 

Da war er also, der Rausch! Er wurde von Minute zu Minute stärker, was ich natürlich umso besser fand. 
Ab hier teile ich die Einschätzung meines Rausches in drei Teile auf: Allgemeinbefinden / Soziales - Sex - Abklingen des Rausches. 
 

Allgemeinbefinden / Soziales:

Wie schon geschrieben habe ich mich echt gut gefühlt. Zwar nicht so, als könnte ich die ganze Welt bezwingen, ich war einfach nur Happy und gut drauf! 

Während ich im nüchternen Zustand eher ein Kerl mit grossem Ego bin, eher gefühlskalt, habe ich im Kokainrausch das Gegenteil erlebt. Ich wollte mit Menschen zu tun haben, am besten mit allen gleichzeitig. Ich habe darüber nachgedacht, was für ein Arschloch ich eigentlich bin und warum ich manchmal die Dinge tue, die ich tue. Ich wurde also auch sehr nachdenklich über mich selbst. Im Rausch habe ich mindestens 10 Unterhaltungen zeitgleich auf WhatsApp geführt, sonst hasse ich es wie die Pest zu schreiben. 
 

Sex (ich schreibe hier sehr direkt. Wer das nicht möchte, bitte überspringen!):

Vorweg: Ich bin (geoutet) Bisexuell und gehörte zu der Gruppe, die sich mit Kerlen nur zum ficken treffen. Allgemein bin ich ein sexuell ziemlich... offener Mensch. 
 

Ich wurde zu Beginn des Rausches wahnsinnig Geil, so habe ich das noch nie erlebt. Im etwa so, wie der 12-jährige, der sich das erste mal einen runterholt - mal fünf. 
Jedenfalls hat mir der Rausch eine megamässige Latte beschert, um die ich mich gekümmert habe. Das ganze hat im etwa so lange gedauert wie sonst auch, aber der Orgasmus war um ein vielfaches intensiver als sonst auch. Sowohl vom Gefühl als auch vom Ergebnis. 
Während nüchtern hier schluss gewesen wäre, bemerkte ich in den darauffolgenden Minuten ein Problem: ich war immernoch wahnsinnig notgeil (was nicht besser, nur schlimmer wurde), die Latte war aber weg. Ich wollte mir also einfach direkt nochmal einen runterholen - Denkste. Ich hab mir einen Porno nach dem anderen reingezogen, die versautesten Gedanken überhaupt gehabt, aber schlichtweg keinen Hoch bekommen. Wirklich, Tote Hose da unten. Das wird sich noch zum Problem entwickeln...

Etwas später habe ich beschlossen, dass ich Bock auf Sex habe. Ich habe auf gängigen Medien gesucht und bin recht schnell fündig geworden. Junger Typ, gerade auf Peps. Also genauso Horny.

Ich bin mit dem Zug zu ihm gefahren. Beide ne Line vom jeweils eigenen Stoff gezogen, dann ging's los. Während er schon einen krassen Ständer hatte, war bei mir immer noch Flaute, obwohl ich voll Bock hatte. Er fragte mich, ob alles okay sei. Als ich ihm das erklärt habe, hat er festgestellt: "Ach, du hast gar kein Viagra genommen?!" und mir die blaue Pille gegeben. (Viagra, mit 21?! Oh mein Gott..). Nach 10 Minuten ging's dann weiter mit rummachen und endlich regte sich wieder etwas bei mir. Ich hatte wohl den härtesten Ständer aller Zeiten, was uns eine geile Nacht beschert hat.

Wir waren knapp vier Stunden zusammen und es vier mal getan. Jeder Orgasmus war härter als der davor. Aber irgendwann konnten wir wirklich nicht mehr, auch wenn wir immernoch geil waren.

Zusammenfassend war der Sex auf Kokain das geilste was ich je erlebt habe, wäre dieses Viagra nicht nötig. 
 

Abklingen des Rausches:

Hier wird es gefährlich. Nach etwa eineinhalb Stunden ist die Wirkung bei mir abgeklungen. Ich wollte zwar nicht unbedingt mehr nehmen, aber auf die Wirkung wollt ich halt auch nicht verzichten. Also habe ich nachgelegt. Und nachgelegt. Und nachgelegt.

In der ersten Session war ich knapp 24h breit, bis ich mir mal 14 Stunden Schlaf gönnen konnte. Doch am Nächsten Tag habe ich wieder eine Line gezogen, das ganze Spiel ging von vorne los.

So habe ich in drei Tagen gut 1,5g Kokain genommen. Währenddessen fast nichts getrunken oder gegessen. Das kann man sich nicht vorstellen. Irgendwann habe ich aber bemerkt, in welchen Teufelskreis ich mich da reinreite - Und habe aufgehört. Ab hier wird's unangenehm.

Als der letzte Rausch am abklingen war, kam Müdigkeit dazu, ziemlich stark. Ich habe mich hingelegt, wollte schlafen, konnte aber nicht. In mir stieg eine Unruhe an. Ich habe die Augen geschlossen, aber komische Dinge wahrgenommen. Geräusche, Bilder. Ich konnte weitere 24h nicht einschlafen. 
 

In diesem Zustand (nach drei Tagen!) wollte ich immer wieder eine Line ziehen. Hier dachte ich mir "Fuck". Als ich kurz davor war, wieder etwas zu nehmen, habe ich das halbe restliche Gramm ins Klo geschüttet. Mein Ausnüchtern war echt heftig, aber nach gut 24h konnte ich dann endlich schlafen. Im Anschluss daran war (fast) wieder alles normal, ausser das ich mir geschworen habe, den Scheiss nie wieder anzurühren. 
 

MeinFazit: Kokain mag seine positiven Seiten haben. Ich dachte ich bin stark genug um die negativen Seiten zu unterdrücken - Schwachsinn. Die Negativen Seiten sind heftig, insbesondere das Nachlegen.

Geiles Gefühl, Hammer Sex, Scheiss Droge. Mag sein, dass all das am falschen Setting lag; aber ich brauche das nie wieder. Ich mag mir nicht vorstellen, was jemand durchmachen muss, der sich im richtigen Entzug befindet.

Und übrigens: Zwei Tage später habe ich eine extrem schlimme Rachen- und Mandelentzündung bekommen, wegen der ich auch drei Tage im KH lag. Ich bin mir sicher, dass das zusammenhängt.

Ich hoffe, dass meine Erfahrung andere daran hindert, Kokain zu nehmen. Probiert lieber etwas anderes.

 

Substanzen

  • Drogen und Psyche
  • Kokain
  • Sex und Rausch

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