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Entgiftung Ja, Achtung: Lesestoff

Also grundsätzlich würde ich eine Entgiftung NUR noch in einer Klinik antreten. Ich hatte damals auch die tolle Vorstellung, dass ich das so nebenbei mal kurz zuhause mache, habe meinen Hausarzt antanzen lassen, der mir zu diesem Zweck eine Großpackung Distraneurin verschrieben hatte und mich damit mir selbst überlas. Ich schleppte mich aus letzte Kraft zur Apo um das Zeug abzuholen, habe mich dann Zuhause eingeiigelt, Ich kann mich noch an die 1. Drei Distras erinnern, wach geworden bin ich ganze 5 Tage später, die Pillenflasche immernoch in den Händen, so wie ich mich hingelegt hatte, doch waren in der Flasche nur noch 3 Pillen drin. Ich konnte mich an nix erinnern, ich hab die Dinger wie Kaugummi gefuttert. Ich habe sofort, im Schlafanzug die Wohnung verlassen und mir auf der Strasse ein taxi direkt ins Krankenhaus genommen. Und selbst nach weiteren 4 Tagen in der Klinik bin ich ins Delir gerutscht und habe dabei fast den Verstand verloren. Ich weiss, sowas passiert immer nur anderen. Aber was spricht gegen eine Entgiftung in eine Klinik zu gehen? Man benötigt lediglich eine Einweisung vom Arzt, eine Kostenübernahme der KV und eine Termin zur Aufnahme. Wenn man sich über mehrere Jahre das Schlucken von Pillen angewöhnt hat, ist es doch schon eine gute Leistung des Körpers, wenn er selbst 3 Wochen zum Entgiften braucht, oder? Sowas kann man nicht mal in zwei Tagen machen, man muss sich Zeit dafür nehmen, alles vorbereiten, sich überlegen, wies weitergehen soll. Einfach nix mehr zu nehmen ist leider die falscheste und dazu noch lebensgefährlichste Methode auf zu hören. Das sind dann die Leute, die tot in ihrer Wohnung aufgefundewn werden. Jeder "anständige" Mediziner würde dir eine Vogel zeigen, wenn du Zauhause entgiften willst. Man kann dem Körper nicht einfach was "entziehen" woran er gewöhnt ist, das muss überwacht werden. Was hindert so viele daran, zum Arzt zu gehen, das wäre der 1. Schritt in die richtige Richtung, dem Arzt zu sagen: Ich bin abhängig und brauche Hilfe, keinen Grund zur Scham. Und selbst wenn man es sich ne Stunde später doch wieder anders überlegt: Der hat doch die Schweigepflicht, man kann doch sowas mal zum Ausprobieren, wies sich anfühlt darüber zu reden. Der Doc muss einen ja nie wieder sehen, wenn man sich doch so sehr schämt, grundlos natürlich. Und wenn man dann endlich mal in die Klinik kommt, kann man auch sich endlich mal über all den Leidensdruck, der durch die Sucht kommt austauschen, da merkt man dann nämlich, dass man nicht alleine damit ist. Als ich nach der Klinik endlich in meiner Therapie ankam und ENDLICH erzählen konnte, wie beschissen es mir mit diesem Scheissleben (Abstinenz) geht und jeder verstand wovon ich sprach, da fing ich an zu genesen. Vorher war alles nur ein panisches: Ich muss dies, ich muss das. Man konnte mich nicht mal eine Std. alleine lassen, da ich dann durchgedreht bin. Kein "normaler" hat mich verstanden, aber Leute, die gleiches erlebt haben, da bedarf es meist keiner grossen Erkläreungen und Rechtfertigungen. Nicht jede Empfindung benötigt einen Fürsprecher. Die sind halt so und fertig, da kann man nix für und braucht sich auch nicht zu entschuldigen. Die Therapeuten hatten wirklich ihre grösste Aufgabe darin, den Leuten verständlich zu machen, dass dies eine chronische Erkrankung sei und sie nichts dafür können....Damals hat es mir geholfen, aber mittlerweile kann ich es nicht mehr hören, da dies natürlich der perfekte Anlass ist wieder zu konsumieren. "Ich kann ja nix dafür" Mittlerweile habe ich ein stabiles, immer abstinenter werdendes Leben erreicht, mit Sport, gesunder Ernährung und allem was dazu gehört. Ich habe seither niewieder jemanden von Früher gesehen, gedacht habe ich oft an die guten, alten Zeiten, aber vorbei ist. Ich habe von einigen gehört, die ihr Leben völlig aufgegeben haben..... Ich habe mittlerweile auch aufgehört wie eine wahnsinnige auf Treffen zu rennen, weil ich diese ganzen Mitleidstouren der permanent rückfälligen nicht mehr ertragen konnte. Und immer wieder sind die anderen schuld. Ich finde, jeder ist für sein Leben und seine Sucht selbst verantwortlich, zumindest wenn es darum geht einen Ausweg zu finden. Denn ausreichend Angebote zur Hilfe sind ja vorhanden, unsere Gesellschaft geht echt völlig human mit der Sucht um, aber mein Tip ist, sich nicht darauf aus zu ruhen. Was wenn man die Krebsdiagnose an die Birne bekommt? Auch sagen, ach naja, ich geb auf, nee, da wird gekämpft. Und so isses mit der Sucht, bekennen, behandeln, damit das Leben weiter gehen kann. Und wenn man sich selbst etwas kennen gelernt hat, lernt man auch, wie man funktioniert und kann sich so selbst austricksen, das hat mir total geholfen, habe meine ganzen Schwächen aufgedeckt, bekannt, dass ich keine Chance dagegen habe und habe mir dann to do listen geschrieben, die ich wie eine Ameise mit Arbeitsauftrag "gehorsam" abgearbeitet habe. Mann kann sich als süchtiger nicht selbst vertrauen; Vertrauen ist gut, Kontrolle is besser! Was mir total geholfen hat ist der einfache Gedanke, dass ich mir das ja irgendwie "angewöhnt" habe, also muss ich es mir doch nur (ichweiss, leicht gesagt)wieder abgewöhnen. Das heisst, die Zeit, die Bedürfnisse, alles was damit zusammen hängt: ÄNDERN, umgewöhnen. Ich laufe heute beispielsweise ganz andere Fußwege als damals, höre bewusst andere Musik, vermeide alles, was mich an diese Zeiten erinnert, treffe andere Leute. Bloss raus aus allem, was einem so vertraulich war. man muss sich selbst in die Pfanne hauen, nach einigen Rückfällen habe ich angefangen, meine Handlungen logisch fort zu setzen und habe dann Dinge getan, die der gewohnten Tätigkeit wiedersprechen. z.B keinen Alkhol, die alten Leute, die immernoch am feiern sind: Und Tschüss! Das tut alles echt weh, aber anders ist es zwecklos. Man braucht ein klar definiertes Ziel vor Augen. Wenn ich das und das mache, wird dies und dies die Konsequenz daraus sein, ganz klar. "Wenn ich wieder auch nur ein bisschen nehme, verliere ich die Kontrolle, was zur logischen Folge hat: Wieder 3 Wochen Klinik, wieder ist die Hoffnung auf ein normales Leben im A.....! Und schlimmer gehts immer. Und mir war das Vertrauen meiner Familie sehr wichtig, also musste ich mich an mein Versprechen, was ich nicht geben sollte halten. Mir haben viele Dinge geholfen, die einem in jeder Selbsthifegruppe abgeraten werden: Ich habe meinen Mitmenschen davon erzählt, habe ihnen Versprechungen gemacht, habe mich nicht immer, wie von den Therapeuten geraten in Watte gepackt. Nein, man muss sich entschliessen sich Zeit für eine Heilung zu nehmen, um dann aber auch wieder am wirklichen Leben teil zu haben. Nur so kann die Normalität wieder zurück kommen. Ja, auch ich habe natürlich meinen Suchtdruck und auch meine gelegentlichen Rückfälle, aber ich nehm es wie es kommt, akzeptiere es. Wenn ich dann mal üble Angstzustände habe, ab ins Bett und abwarten,ABWARTEN! Es ist gekommen und es geht auch wieder. 100% Ich habe Leute getroffen, die seit vielen jahren clean sind, aber trotzdem sich ihr ganzes Leben nur um die Sucht dreht und sie Angst vor der Falle, die rein "zufällig" irgendwo lauert und zuschnappt und einem die Drogen förmlich in den Mund fliegen. Und jedesmal, wenn ich mich wieder dabei erwischt habe, mir den kauf diverser Drogen zu verharmlosen oder gar zu zu lassen, gings mir spätestens 3 Tage später emotional so scheisse, dass ich es mir heute 10 mal überlege, ob ich 1 Woche Sterbelaune gegen ein paar Stunden Drogenhighlife tauschen mächte. Und da ich ja mich selbst damit unter Druck gesetzt habe, wieder richtig am Leben teil zu haben (wie andere "Vollwertige" Erwachsene, erlaube ich es mir von berufswegen auch einfach nicht mehr. Kein Chef hat in der realität Verständinis für deine kleine Krankheit. Und echte Power bekommt man, wenn man Erfolg spüren kann, das macht einen wiederum selbstbewusst. Mittlerweile nehme ich 2 mal im Jahr was und dann aber so, dass ich es auch vertreten kann. Selbst das habe ich geändert und ich spüre immer mehr, dass ich zu diesen "Ausnahmezuständen" immer weniger Bock und auch Ausdauer habe. Das schlimmste sind meiner Meinung nach die Schlafstörungen und das damit verbundenen unentspannenende Kopfkino, aber auch das kann man lernen, dauert zwar ein paar Wochen, aber wie gesagt mit "hart rannehmen" wird auch der stärkste Soldat irgendwann mal müde und erschöpft in den Tiefschlaf fallen. Man braucht einfach ein komplett anderes Programm wie vor der Entgiftung. Renovieren oder gleich ganz umziehen, neue Kontakte, Sport, sich einfach immer Aufgaben geben, immer in Bewegung bleiben, das hilft. Das ganze Leben umzukrempeln ist das Mindeste, was man machen muss. Eine Überwindung. Aber ich muss ehrlich gestehen, anders hätte ich das nicht geschafft, wenn ich mir vorstelle, daß Leute zur Entgiftung gehen, rauskommen und versuchen, das Leben, wie es vorher war zu leben. Mensch, das kann doch nicht gut gehen. Jedesmal wenn ich zurück kam in meine alte Wohnung war sofort das craving da, die gewohnheit, dass ich hier und da, unter diesen und jenen Erinnerungen dies und das genommen hab. Eine komplette Veränderung musste her, ich hab einfach ALLES auf den Kopf gestellt. Lebte monatelang im "Ichbinsüchtig" Ausnahmezustand, selbst beim Brieftrräger hab ich mich ausgeheult. Geholfen hats kein Stück. Eine Panne jagte die nächste, jedesmal, wenn ich allein in meinem "afterhour" Wohnzimmer sass dachte ich, ich müsste mich umbringen. Ich dachte, ich könnte das Leben niemals aushalten. Und diese ganze Selbstmitleid hält einen die ganze Zeit auf Distanz zum Glück. Anstatt es zu geniessen fragt man sich, ob das auch gut ist und was als nächstes passiert. Ob man das alles schaffen kann usw.. Heute bin ich ein Sport und Talkshowfreak geh nicht mehr auf Partys sondern in die Oper oder die Austellung. Ich überlege nicht lange hin und her, will ich, will ich nicht. Ich probiers einfach mal und seh was passiert. Und durch diese Strategie habe ich viele neue, interessante Dinge im Leben kennen gelernt, die ich vorher belächelt hätte. Habe! Mach alles, aber lass dich nicht hängen, die simpelsten Dinge wie Spazieren gehen am Abend bringen dir völlig neue Perspektiven in den Kopf, verbiete dir zu konsumieren, es gibt nichts mehr und basta. Aushalten, das ist die Devise zum gesund werden. Ich vermute mal, dass eh keiner Lust hat sich diesen ewiglangen scheiss rein zu ziehen, aber mir hat das Schreiben jetzt totale Power gegeben und ich freu mich so über mein neues, schönes Leben

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