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NIE WIEDER

Hallo erstmal!!! Ich bin tief gefallen, auf den Füßen gelandet und stehe jetzt vor dem Scherbenhaufen meines bisherigen Lebens... Ich bin seit 5 Jahren Heroinabhängig und habe die letzten 3 Jahre ca. 5g am Tag genommen... okay, der Stoff in LE is net besonders rein oder gut, wir ham hier schließlich das dreckigste Strassenheroin der BRD, aber was solls??? Fakt is, ich war richtig schlimm drauf, hab nur noch für das Zeug gelebt, mich prostituiert etc. obwohl ich es eigentlich net nötig gehabt hätte: Ich habe schließlich trotz H und Benzos mein Abitur bestanden, zwar schlechter als ich es drogenfrei und mit lernen gepackt hätte, was ich seither auch oft genug bereut habe, aber 2,9 gehen ja noch... geradeso, 1,5 wären sich drin gewesen.. aber egal... vorbei is vorbei... Das war 2005 und seitdem hab ich meistens auf der Strasse gelebt, mich dann etwas gefangen, ne Wohnung bekommen, ne Ausbildung angefangen und immer noch das Doppelleben geführt: tagsüber den normalen Menschen gespielt, abends und nachts Strassenhure und Junkie... Dass das anstrengend ist muss ich wohl kaum jemanden erklären, oder??? Jedenfalls hab ich die Ausbildung abgebrochen um "Ganztagsjunkie" zu sein und war auch das letzte 3/4Jahr net mehr in meiner Wohnung, weil die von nem Kumpel, der im Knast sitzt einfach näher an Strich und Dealern war... Ich war zwar viel unter Menschen, okay? was für welche? Junkies, Freier und Dealer!!! trotzdem wurde ich immer einsamer, lag nächtelang wach und hab endlich mein Hirn wieder eingeschaltet und sehr viel nachgedacht... und die beste Entscheidung meines Lebens getroffen: Ich rief nach 10Monaten absoluter Funkstille bei meinem Vater an und bat ihn mich nach Hause zu holen!!! In der Wohnung meiner Eltern machte ich nen kalten Entzug, muss ich net beschreiben, gibt schließlich schon genug Berichte darüber hier, jedenfalls habe ich schon am 2ten Tag bemerkt, dass ich KEINEN Suchtdruck mehr hab... Ich habe einfach kapiert, dass ich schon viel zu viel Zeit und Geld an und durch die Drogen verloren habe... Ich habe mich einfach GEGEN das Heroin und FÜR ein drogenfreies Leben entschieden... Das ist jetzt 3 Wochen her und ich bin glücklich den körperlichen Entzug überstanden zu haben, meine Eltern dachten echt ich würde sterben oder wenigstens abklappen, aber ich habe es abgelehnt nen Arzt zu rufen, der mich nur wieder mit irgendwas vollgepumpt hätte... Ich wollte einfach spüren, was ich mir und meinem Körper die letzten 5Jahre angetan habe!!! Ich war schon immer der Meinung ne Substitionstherapie bringts net: am Anfang, wenn man noch genung bekommt, is man von der Ersatzdroge benebelt und wenn man dann weit genug runterdosiert is und nix mehr spürt, fällt man wieder in die alten Verhaltensmuster und besorgt sich Heroin. Heute sehe ich die "neue" drogenfreiheit auch net als Entbehrung an, ich habe nicht das Gefühl das mir was fehlt, ich etwas vermisse oder so, ich hab auch net das Bedürfnis loszurennen, Kohle zu machen, in der Kälte auf den Dealer zu warten usw. ICH WILL EINFACH KEIN JUNKIE MEHR SEIN, dessen einzigster Lebensinhalt die Drogen sind-ich meine am Anfang is die Wirkung ja noch ganz gut, aber ab nem gewissen Punkt nimmt man das Zeug doch nur noch um zu funktionieren und nicht mehr für nen Kick, Euphorie und das alles, man nimmt es weil man es brauch. punkt. Ach ja, oben hab ich was von nem Scherbenhaufen geschrieben, der sieht folgendermaßen aus: Wohnung zwangsgekündigt, Räumungsklage, Pfändung, Mietschulden, kein Perso und Krankenkassenkarte mehr (Perso war eh schon seit Mitte "07 abgelaufen-> kostet auch noch ein Bußgeld weil ich so lange ohne "gültiges Personaldokument" rumgerannt bin, toll ne?, de bullen ham ihn immer akzeptiert mit dem Hinweis er sei abgelaufen -"ach echt? is mir noch gar net aufgefallen;)"), dann war ich auch net mehr auf dem A-Amt gemeldet usw. Doch danke der Unterstützung meiner Eltern (v.a. finazieller Art---> 3000? kurz vor Weihnachten is auch für sie net wenig) bin ich auf dem besten Weg ne neue Wohnung zu bekommen, im Herbst fang ich endlich an zu Studieren, mit ner abgebrochenen Ausbildung isses ja so gut wie unmöglich ne neue zu finden!!! Gott sei Dank hab ich noch die Option Studium... Trotzdem hab ich mich noch per Eilantragfür ne Langzeit bis Herbst "09 beworben, weil ich einfach ANGST VOR MIR SELBER habe... Bin ich psychisch schon über"n Berg oder kippt alles noch und der Suchtdruck kommt schlimmer zurück denn je und ich renn wieder weg auf die Strasse??? Wenn es aber nicht kippt is da ne Langzeit sinnvoll??? Wo ich wieder nur mit Leuten zusammen bin, die genauso drauf sind oder waren wie ich? Die vllt. nur Therapie machen um dem Knast zu entgehen und gar net aufhören wollen??? Was is jetzt das beste??? Brauch ich die Therapie noch oder net??? Ich kenne die Gründe für meinen Drogenkonsum und kann damit leben, bzw. habe sie verarbeitet... Habe ich die Stärke gefunden mich von den Drogen loszusagen, die ich mir bis vor kurzem nie zugetraut hätte??? Ich habe die besten Eltern und die tollste Familie, die man sich vorstellen kann... Unterstützung also von allen Seiten... Ich habe meine Brücken zu meinem alten Leben abgebrochen, niemandem aus der Szene gesagt, wann, warum und wohin ich gehe, SIM-Karte zerbrochen, Emailaccount geschlossen, Konsum-Utensilien entsorgt usw... Ich habe für mich mit diesem Leben abgeschlossen, ich war so tief unten, dass ich mit Gewissheit sagen kann: NIE WIEDER!!!

Substanzen

  • Abhängigkeit / Sucht

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