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Verzweiflung, Traurigkeit,...

Hallo,

ich selbst habe noch nie mit Drogen zu tun gehabt, worüber ich auch sehr froh bin. Ich habe einen Bruder, der 25 Jahre alt ist. Seit einigen Jahren weiß ich das er Drogen nimmt. Anfangs fing es an mit kiffen und er versicherte mir das er kein Chemiezeug nehmen wird. Das habe ich ihm auch geglaubt weil ich weiß das er eigentlich schlau, selbstsicher, schlagfertig ist und einfach eine tolle Persönlichkeit hat. Ich habe ihm immer gerne zugehört und ihn bewundert was er doch alles weiß und wie selbstbewusst er doch ist. Denn ich selbst bin eher in diesem Punkt das komplette Gegenteil.

Nach und nach habe ich erfahren das er mit Leuten "befreundet" ist die auch andere Drogen konsumieren und er auch damit reingerutscht ist. Da er seine Ausbildung als Erzieher super geschafft hat, bin ich davon ausgegangen, das er das mit den Drogen im Griff hat. Leider hat er sich immer mehr von mir und meiner Familie distanziert. Meine Eltern fragen sich was mit ihm los ist und suchen die Fehler bei sich. Doch sind sie nicht Schuld daran das er sich so distanziert. Nicht einmal zu meine Muttis Geburtstag hat er es geschafft ihr zu gratulieren und das hat sie sehr traurig gemacht. Er hat sich so sehr verändert (äußerlich und charakterlich) und das macht mich und meine Eltern sehr traurig. Meine Eltern können sich nicht auf ihn verlassen und das macht sie zum Teil sauer...Bisher wissen meine Eltern nichts davon aber ich habe schon sehr oft darüber nachgedacht. Aber ich habe Angst, Angst das wenn sie es wissen er sich noch mehr distanziert, das meine Eltern und er daran kaputt gehen das er sowas nimmt und er sich nicht helfen lassen will und das er daran kaputt geht. Jeder sagt ich soll es meinen Eltern sagen doch das ist leichter als getan.

So als meine Eltern Silberhochzeit hatten, hat ein "Freund" von ihm bei uns gekellnert und mein Bruder war auch da aber nicht mit bei uns sondern eher hinten in der Küche. Meinen Eltern hat er nichts geschenkt, nicht einmal ein Blumenstraß... sehr enttäuschend für meine Eltern. Aber er war wenigstens für ein paar Stündchen da. Im laufe des Abends habe ich dann seinen Freund gefragt wo mein Bruder sei und so kamen wir ins Gespräch und sprachen über meinen Bruder. Der Freund war schon ziemlich angetrunken aber das was er sagte, das glaube ich ihm zu 100%. Er meinte das mein Bruder momentan ziemlich schräg drauf ist. Ich fragte ob es an den Drogen liegt die er nimmt und er bestätigte es mir. Nun weil wir schon einmal beim Thema waren, habe ich gleich noch gefragt ob er härtere Drogen nimmt. Tjaaa....! Erfragte mich ob mir die roten aufgekratzten Stellen in seinem Gesicht schon einmal aufgefallen sind und ich meinte ja. Dann hat er mir erzählt das dies von Crysral kommt. Ich wusste das es eine Droge ist aber nicht das es eine so schlimme und kaputtmachende Droge ist. Klar alle Drogen machen nach einer Zeit einen kaputt aber dieser Mist ist wie ich des öfteren gelesen habe die schlimmste. Ich war schockiert und sehr traurig. Er meinte das er, aus der psychologischen Sicht sagen würde das er sich nicht geliebt fühlt  von meinen Eltern und deswegen das ganze Zeug nimmt.

Ich kann nur sagen das meine Eltern immer für ihn da waren. Klar gab es Zeiten wo mal mehr, mal weniger gemeckert wurde aber das ist doch eigentlich normal. Als ich 2002 an Krebs erkrankte habe ich viel Aufmerksamkeit von meiner Familie bekommen und mein Bruder etwas weniger. Aber man konnte nie sagen das er vernachlässigt wurde. Meine Mutti hatte schon selbst ein schlechtes Gewissen und fragte ihn immer wieder ob er sich vernachlässigt fühlt und die Antwort war "nein". Sie waren immer so stolz auf ihn... und waren immer für ihn da.

Nach einem Brand wurde sein Zimmer komplett neu eingerichtet und meine Eltern gaben sich soviel Mühe das es so schnell wie möglich fertig wird, das er wieder dort schlafen kann. Nicht einmal nach 2 Monaten sah sein Zimmer aus wie ein Müllplatz.

Im Internet habe ich gelesen das es bei Drogenabhängigen so üblich ist das ihnen alles egal ist, auch wie es in der Wohnung aussieht. (Vielleicht nicht bei allen aber bei meinem Bruder trifft es zu) Sämtliche Schrauben, Bretter und Computerteile liegen da im Zimmer rum.

Er selber weiß glaube ich nicht das ich es weiß das er das Zeug nimmt. Aber ich habe mir gedacht einen Brief zu schreiben wo meine Gedanken, Gefühle und Ängste drin stehen. Klar ist die Wahrscheinlichkeit ziemlich groß das es ihm egal ist aber ein Versuch ist es Wert. Nach dem ich ihn den Brief gegeben habe werde ich ihn zu einem "richtigen" Zeitpunkt auf den Brief ansprechen und mal schauen wie er reagiert. Ein bisschen habe ich schon Angst vor seiner Reaktion aber da muss ich dann durch. Wenn das auch nichts bringt muss ich wohl mit meinen Eltern sprechen. Das wird hart... und ich habe jetzt schon Angst. Aber bringt das denn alles was? Auch wenn er einen Entzug machen würde, er würde zurück kommen und auf seine alten "Freunde" treffen und höchstwahrscheinlich wieder zurückfallen in das tiefe Loch. So gibt es noch mehr Kummer! Wer weiß ob er sich überhaupt helfen lassen will? Ob er sich dann noch mehr distanziert? All dies sind Dinge über die ich immer und immer wieder nachdenke und mir die Tränen in die Augen kommen.

Er ist sicher noch nicht an dem Punkt angelangt wo er einsieht das die Droge ihn kaputt macht. Wahrscheinlich verharmlost er alles. Ich weiß es nicht... :(

Ich habe angst, angst ihn zu verlieren! Das er zu Grunde geht, Schulden hat oder Geldprobleme, seinen Job verliert, körplerlich versagt und im schlimmsten Fall stirbt. Irgendwie muss ihm geholfen werden, wenn er das will. In Hannover gibt es eine Drogenberatung und ich wollte diese gern aufsuchen, mir Rat und Hilfe suchen, um zu wissen wie ich mich verhalten soll und vielleicht helfen kann. Ich wohne in Hannover und deswegen ist das der näheste Weg. Über die Woche hinweg bekomme ich nicht viel mit was mein Bruder macht oder wie er drauf ist. Dafür sehe ich am Wochenende immer wie er sich immer mehr verändert. Ein normales Gespräch ist kaum möglich. Doch kann ich immer am Sonntag auf facebook postet das er keine Kohle hat und nun auf afterhour wartet.

Ich verstehe es nicht wieso er sowas nimmt! Er hat es doch nicht nötig... :(

Ich habe viele Berichte hier gelesen und viele Ähnlichkeiten in Bezug auf meinen Bruder wieder gefunden. Es macht mich traurig und ich weiß nicht was ich tun soll. Er ist mein Bruder und ich liebe ihn und doch muss ich zu sehen wie er sich nach und nach kaputt macht und sein Leben und die Beziehung zu meinen Eltern und sich kaputt macht.

Vielleicht kann mir jemand von euch mir einen Rat geben der vielleicht in solcher ähnlichen Situation ist oder war, wie ich mich verhalten soll. Ich denke auch das ihr mir sagen werdet ich soll es meinen Eltern sagen. Ich würde dies so gern umgehen! :(

Wenn ich darüber nachdenke könnt ich einfach nur weinen!

Es muss auf jedenfall etwas passieren! Nur was? :(

Liebe Grüße,
Lisa

Substanzen

  • Crystal [Methamphetamin]
  • Drogenkonsument_innen

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Kommentare

Kommentar von Stefan |

Hallo Lisa.War selber 5

Hallo Lisa.War selber 5 Jahren drauf. Er hat schwierigen Weg vor sich!! Aber es gibt nur 2 Wege,  entweder Friedhof oder normales Leben.Sag deinen Eltern Bescheid und unternehmt was,ohne Hilfe schafft er das nicht,das hat noch keiner geschafft.Er soll sich entgiften und therapieren lassen.Gruß Stefan

Kommentar von Andi |

Hallo Lisa,

Hallo Lisa,

das ist krass. Der Text hat mich wirklich berührt.... wenn ich irgendwas tun kann, auch wenn es unwahrscheinlich ist... meld dich bei mir.

Gruß

Kommentar von Gast |

So das Wochenende ist vorbei

So das Wochenende ist vorbei und ich war kurz bei meinen Eltern. Meinen Bruder habe ich nicht gesehen, obwohl er zu Hause war. Wie oben erwähnt habe ich ihm einen Brief geschrieben wo alles drin steht. Was ich denke, fühle, meine Ängste,...

Ich wollte erst an seine Tür klopfen und ihm den Brief pers

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