Hier kannst Du uns erreichen:

Telefon:


Bürotelefon:

0341 - 211 20 22
Di: 9 - 15 Uhr / Do: 13 - 18 Uhr
Hier keine Telefonberatung!

Drogentelefon:
0341 - 211 22 10
Do: 14 - 18 Uhr
Telefonberatung nur hier!

E-Mail:


Büro allgemein:
drugscouts@drugscouts.de



Projektleitung:

projektleitung@drugscouts.de

Adresse:


Drug Scouts:
Demmeringstr. 32, 04177 Leipzig



Öffnungszeiten:
Di: 09 - 15 Uhr / Do: 13 - 18 Uhr

Weekend-Junkie

Angefangen hat alles Mitte Juni mit Speed. Zuerst war es gedacht, dass ich es mal ausprobiere. Ich wollte wissen, wie es ist. Ich wollte mal das erleben, was meine angeblichen "Freunde" allwöchentlich erleben. Aus dem Ausprobieren wurde eine ständige Party. Vorerst nur an Wochenende. Später sogar auf Arbeit, wo es bis heute niemand gemerkt hat. Da ich nicht sehr sportlich bin, hat mir dieses Gefühl von größer Stärke und Ausdauer schon sehr gefallen. Schnell merkte ich, dass es mir zu doll gefällt und das ich den Respekt davor verloren habe. Meinen Plan von "nur mal ausprobieren" habe ich sehr schnell verworfen. Ich war jedes Wochenende high und während der Woche total im Arsch (zumindest bis Mi/ Do; von dann an ist das Wochenende und somit die nächsten Lines auch nicht mehr fern; ich war lethargisch, down, verheult, dauermüde, schlapp, grau, nicht mehr glücklich zu machen....) Anfang August hat mir das Speed nicht mehr den Superkick gegeben- es war zwar immer noch toll, aber ich wollte mehr und mehr bedeutet Kokain. Gesagt, getan. Ich weiß auch nicht, was für ein Teufel mich da geritten hat. Es war keine spontane Idee. Ich habe mich zuvor darüber genaustens informiert und konnte denoch meine Finger nicht von lassen. Ich wollte mal das erleben, was Robbie Williams, Lindsay Lohan und Konsorten so erlebt haben. Dumme Vorbilder, ich weiß. Manchmal scheine ich mich wie ein naives Kind zu benehmen. An Kokain fand ich großen Gefallen. Bislang habe ich es auch nur an Wochenenden konsumiert- also noch nicht ganz den Respekt davor verloren. Wie an einer unsichtbaren Schnur wurde ich zum Koks gezogen und habe viel mehr konsumiert als eigentlich geplant (3g an 3 Samstagen). Koks ist auch ein bisschen sanfter als Speed. Obwohl das Runterkommen von beiden Drogen nicht leicht ist: Eher wie eine Narkose gegen die man auch nicht ankommt, mega- genervt ist und hofft, dass es schnell vorbeigeht. In den letzten 2 Monaten habe ich 300 Euro "verpulvert". Gott. Aber noch nicht mal das scheint mich wach zu machen. Letztes Wochenende zog ich sogar Speed mit Koks: Speed als der Antörner, der genug Dopamin ausschüttet und Koks als Zusatz, der das Dopamin dort behält, wo es schön knallen soll. Dennoch kam mir beim letzten Rausch der Gedanke: "WIESO?" Ich hatte eine gute Kindheit. Wir waren nicht reicht, denoch glücklich. Mein Vater ist Alkoholiker (aber seit 15 Jahren erfolgreich trocken, worauf ich sehr stolz bin). Ich arbeite und habe ein geregeltes Leben. Meine Eltern machen sich Sorgen, dass ich dem Alkohol verfallen könnte, da es bekannt ist, dass ich mal gerne trinke. Meine Einschätzung nach, ist Alkohol aber kein Problem für mich. Dass ich Drogen nehme, weiß keiner. Wenn ich es tue, dann immer heimlich oder Zuhause allein. Ich will nicht, dass mir jemand Predigten hält oder mich als einen Loser abstempelt. Ich fühle mich oft allein und einsam und von meinen echten, ehrlichen Freunden vernachlässigt. Sie arbeiten, führen ein eigenes Leben. Verständlicherweise haben wir weniger Zeit füreinander als damals täglich in der Schule. Ich greife zu Drogen, wenn ich feiern will. In letzter Zeit aber auch öfters wenn ich einsam bin. Dann habe ich zwar keine Freunde um mich rum dafür aber meine Freude. Früher fraß ich meine Probleme in mich hinein. Jetzt verschafft mir Essen keine große Befriedigung. Nichts schein mich noch glücklich machen zu können. Obendrein bin ich dauersolo. Dabei weiß ich nicht, woran das liegt. Außer einem Essproblem (Mager- u. Fettsucht) hatte ich bislang nichts weiter. Ich weiß, dass das nicht ewig so weitergehen kann. Körperliche Folgen merke ich bereits nach 2 Monaten: Genervtheit, eine permanent laufende Nase, ich verdrehe die Buchstaben beim Tippen, Ungedult, fühle mich ständig angestarrt, als ob alle wüssten, was ich am Samstag getan habe, ich habe eine megalange Leitung, spüre manchmal noch dieses Hautkribbeln wie auf Koks, ich bin müde, ausgepowert, habe keine Lust auf Arbeit, habe keine Ziele, denke nur an Koks und Co., bin vergesslich und unzuverlässig, hab ständig den Geruch des Pulvers in der Nase, sehe ständig nur Dealer und habe manchmal panische Angst vor meinem Dealer, der Polizei und dem im Dunkeln Einschlafen. Ich denke, dass ich jetzt mit den Drogen aufhören werde und nur noch eine einzige Party- so ne Art "Abschiedsfeier"- zu Silvester 07/ 08 mit Drogen feiern werde. Danach ist endgültig Schluss. Ich weiß, dass viele Junkies sowas sagen, ich weiß aber auch, dass ich es schaffe. Es ist alles nur psychisch. Alles nur Einbildung?! Dagegen kann ich etwas tun. Es tut unheimlich gut, das mal alles loszuwerden, dass ich vor Erleicherung heulen könnte... Leute, lasst nicht zu, dass ein erbsengroßer Bereich in eurem Hirn (= Belohnungszentrum) euer Leben bestimmt!

Substanzen

  • Abhängigkeit / Sucht

Zurück

Kommentare

Einen Kommentar schreiben

Bitte addieren Sie 3 und 4.