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werde seit 1998 substituiert

Hallo an Alle die diese Erfahrungsberichte lesen und evt. auch einige gute Tips hat. Nun aber erstmal zu mir:

Habe in den 60ziger Jahren mit den Drogen angefangen, zuerst war da der Alkohol und Nikotin, bin Jahrgang 1954 also könnt ihr Euch ausrechnen wie lange ich jetzt damit zu tun habe. Ich habe mit 14 Jahren, dann das erstemal Haschisch und LSD, Meskalin usw. genommen, aus Neugierde und weil ich in der Pubertät natürlich voll auf die Musik, die langen Haare, die verrückte Kleidung usw. abgefahren bin.

Null Verständnis bei meinen Eltern. Meine jüngere Schwester war auch immer dabei, sie war anderthalb Jahre jünger wie ich, aber viel selbsbewußter.

Habe dann angefangen, Morphium und "Berliner Tinke" ein Gebräu aus Opium genommen, ohne zu wissen, daß man davon Entzug bekommt. Sylvester 1969 habe ich meinen ersten Mann kennengelernt. Er war strikter Gegner von harten Drogen, ein eingefleischter Haschischraucher. War von ihm schwanger und hatte 1973 eine Totgeburt und bekam dann von einer sogenannten Freundin das erstemal Heroin zum schnupfen um meine Trauer zu vergessen. Aber ab diesem Zeitpunkt kam ich von dem Heroin nicht mehr los und Kokain kam dann auch manchesmal dazu.

Mein Mann verstarb dann 1996 bei einem Verkehrsunfall. Ich stand ganz alleine da, meine Eltern wollten nichts mehr von mir wissen, meine jüngere Schwester war mit ihrem damaligen Fraund, der um einiges älter war und als Journalist in Berlin arbeitete, bis er nach Düsseldorf kam, nach Indien gefahren.

Da wollte ich Selbstmord begehen, da ich mich so einsam und verlassen fühlte, denn in der Drogenscene findet man äußerst selten wirkliche Freunde. Kam aber dann in den Knast, für 3 Jahre und 9 Mon. und dies war meine erste Verurteilung, die mir wohl auch das Leben rettete. Kaum war ich draußen, fing das "Spiel" wieder von vorne an, da niemand da war, der mich hätte unterstützen können, oder aufgefangen hätte. War obdachlos, habe mal hier und da gepennt und Frauen wissen sicher, was das manchmal bedeutet hat. Als "Bezahlung" mußte ich mit den jeweiligen Männern Sex machen auch gegen meinen Willen.

Keine anderthalb Jahre später war ich wieder im Knast. Habe freiwillig Endstrafe gemacht und bin anschließend in eine Langzeittherapie gegangen.Ich konnte und wollte nicht mehr zurück in die alte Scene. Muß dazu sagen, zu dieser Zeit gab es in Düsseldorf keine Substitution oder man mußte illegal Codein kaufen. Es gab auch nur eine Drogenhilfe für alle Drogenkranke in Düsseldorf.

In der Therapie lernte ich meinen jetzigen Mann kennen. Wir sind seit 1983 verheiratet und immer noch zusammen. Einige Zeit lebten wir drogenfrei, hatten beide Arbeit und es ging uns gut, bis die Firma (wo wir beide arbeiteten) Insolvenz beantragen mußte und das Elend fing von neuem an. Weil wir körperlich und seelisch nicht mehr konnten, gingen wir 1998 in die Substitution.Wir bekamen Methadon, was uns half aber es fehlte einfach was. Mein Mann fing dann an zu trinken, 3-4-Flaschen Bier am Tag und ich nahm noch zusätzlich zum Methadon Benzodiazepine. Wir wechselten den Arzt. Bekamen dort auch Methadon obwohl wir Polamidon haben wollten, da wir gehört haben, daß es viel sauberer sei als Methadon. Mein Mann entschied sich dann hier in Köln ins Modellprojekt zu gehen, wo er Heroin täglich vom Arzt bekam. Ich habe dann auch Polamidon bekommen, wo ich sagen muß, damit ging es mir viel besser, als wie mit Methadon. Ich war nicht mehr so am schwitzen, die Übelkeit nach der Einnahme von Methadon war weg und ich bekam von dem Methadon immer so "Pickelchen" die furchtbar juckten. Ich reagierte leicht allergisch darauf, was beim Polamidon nicht so ist. Außerdem war ich viel wacher und konnte wieder am Leben teilnehmen. Ohne Scene.

Wir konnten auch wieder Arbeiten, das waren ABM-Stellen 2x 2 Jahre haben wir die ABM (Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen) gemacht, bis das Arbeitsamt dies nicht mehr bewilligte. Waren voriges Jahr seit über 20 Jahren mal wieder in Urlaub, ich hatte seit 3 Jahren"Take Home" für 3 Tage und nun habe ich ein riesiges Problem.

Ein Freund von uns beginn vor Sylvester dieses Jahres Selbstmord er war nicht Drogenabhängig. Daraufhin habe ich täglich eine Diazepam genommen, was meine Ärztin mir sehr übel nahm und mir kein Polamidon mehr geben will, sondern wieder Methadon, obwohl sie weiß wie ich darauf reagiere.So, viel geschrieben.

Meine Frage: Findet ihr das Richtig wie sich meine Ärztin verhält? Seht ihr eine Möglichkeit, daß ich nochmal vom Polamidon wegkomme?Ich sehe es so, als ob ich Diabetes hätte und mir jeden Tag mein Insulin spritzen müßte. Ich bin jetzt 55 Jahre alt, werde im Mai 56 Jahre. Hat es noch Sinn, mir diesen Entzug anzutun??Therapien gibt es wohl für Menschen über 50 Jahre nicht, habe zumindest in NRW keine gefunden. Was soll ich eurer Meinung nach machen??Für jeden noch so gut gemeinten Rat, wäre ich dankbar. Viridiana

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